Liebe Freunde des REBHOLZ-Weines!
Seit fast 80 Jahren beginnen unsere Rundbriefe mit dieser Anrede. Was von unserem Urgroßvater begonnen, danach von unseren Großeltern und Eltern verfasst wurde, dürfen nun auch wir in der nächsten Generation fortführen. Für mich ist es eine besondere Ehre, diesen Brief erstmals an Sie zu richten. Zugleich aber auch eine Verantwortung, gibt es doch kaum vergleichbare Kundenbriefe mit einer solchen Kontinuität, Prägnanz und langen Tradition. Gemeinsam mit Valentin trage ich bereits seit einigen Jahren die Verantwortung für unsere Weine, und wir übernehmen Schritt für Schritt weitere Aufgaben von unseren Eltern. Manches haben wir über die Jahre schon gemeinsam weiterentwickelt, jedoch nie ohne den Respekt am bisher Geleisteten außer Acht zu lassen. Etwas ganz Entscheidendes möchten wir jedoch auf jeden Fall immer bewahren: Unsere Einstellung, unseren Qualitätsanspruch und die Freude an dem, was uns die Natur vorgibt. Natürlich stellt sich hin und wieder die Frage, wie man beispielsweise ein solches, über Jahrzehnte gewachsenes Medium wie diesen Kundenbrief, weiterentwickeln kann oder muss. In unseren Augen braucht es keine Veränderungen, wenn der Inhalt ehrlich, aktuell und authentisch präsentiert wird.
In einer Zeit, die uns oft als unruhig, schnelllebig und manchmal auch überfordernd erscheint, wird uns umso mehr bewusst, wie wertvoll und zugleich wohltuend unsere Arbeit im Weinberg ist. Es gibt kaum etwas Beruhigenderes, als draußen zu stehen und Arbeiten nachzugehen, die schon seit unzähligen Generationen verrichtet werden. Das Kulturgut Wein steht für Beständig- und Nachhaltigkeit wie wenig anderes, hat schon viele Moden, aber auch unruhige Zeiten überdauert und erinnert uns daran, dass es immer weitergeht, wenn man mit Zuversicht, Neugierde und Beharrlichkeit seinen Weg weiterverfolgt. Tugenden, die man als Winzer ohnehin benötigt, um mit den Widrigkeiten der Natur, noch verstärkt durch den Klimawandel, aber auch mit der wachsenden Bürokratie fertig zu werden. Unser Großvater Hans formulierte es einmal so: Freiheit bedeutet für ihn, „Dinge tun zu können, die getan werden müssen“. Ein Gedanke, dem wir uns sehr verbunden fühlen und der, die eine oder andere Arbeit leichter von der Hand gehen lässt.
Kommen wir nun zum Jahrgang 2025, der uns in vielerlei Hinsicht in Erinnerung bleiben wird. So war am 25. August unser frühester Lesebeginn. Und bereits am 21. September konnten wir die Lese vollständig abschließen, ebenfalls so früh wie nie zuvor – wie meist mit der Ernte unserer ALBERSWEILER LATT. Zum Vergleich: Der bislang früheste Leseabschluss datierte auf den 4. Oktober 2017. Es war aber auch unsere effizienteste Ernte in den letzten 25 Jahren. Mit nur 144 Lesestunden pro Hektar, bedingt durch die wenigen Trauben und deren perfekte Gesundheit, konnten wir die Lese in einer bislang nie erreichten, in diesem Jahr jedoch notwendigen Geschwindigkeit durchführen; dies nicht etwa wegen anstehender Fäulnis, sondern wegen der fast gleichzeitigen Reife unserer verschiedenen Rebsorten.
Deshalb ist auch der Verlauf der gesamten Lese bemerkenswert: Normalerweise wird mit der Lese für Sektgrundweine begonnen, gefolgt von Spätburgunder, Chardonnay und Weiße Burgunder. Den Abschluss macht dann der Riesling. Dieses Mal war jedoch fast alles anders. Die besten Rieslinge konnten bereits ab dem 8. September gelesen werden, was mehr als zwei Wochen früher war als üblich. Diese außergewöhnlich frühe Reife ist auf die sehr günstigen Wachstumsbedingungen im gesamten Jahr, verbunden mit dem bereits erwähnten, von Natur aus sehr geringen Fruchtansatz, zurückzuführen.
LIEBE FREUNDE DES REBHOLZ-WEINES!
Der Jahrgang 2025 machte es uns vergleichsweise insgesamt so leicht, dass wir nach Abschluss der Lese Ende September schon fast skeptisch dachten, „ob das nun schon wirklich alles gewesen sein kann“. Aber die Tatsache, dass wir neben unseren üblichen Weinen in Spitzenqualität noch ein paar neue bzw. seltene Weine ernten konnten, ließ uns dann wieder gut schlafen. Um nur zwei davon zu nennen, bescherten uns der KASTANIENBUSCH und der Burrweiler Altenforst je eine grandiose Riesling Auslese, die bei uns die Exzellenz des Jahrgangs grandios unterstreichen.
Wenn Sie sich nun fragen, was es mit dem „Burrweiler Altenforst“ auf sich hat, weil vielleicht nur Wenige wissen, dass wir schon seit einigen Jahren dort auch einen Teil der Trauben für unseren Burrweiler „vom Schiefer“ ernten, hier noch eine Neuigkeit. Im Winter 2024 ergab sich eine unverhoffte Möglichkeit, unsere Rebfläche künftig durch einen ganz besonderen Weinberg mit 50-jährigen Rieslingreben zu bereichern. Diese „Schiefer-Steillage“ dürfte mit ihrer Steigung von über 53% einer der steilsten Weinberge der Pfalz sein – ein kleines Stückchen Mosel in der Pfalz!
Auch wenn wir die beiden Auslesen besonders erwähnt haben, können wir guten Gewissens schon jetzt sagen, dass die trockenen Weine mit zum Besten zählen, was wir in den letzten Jahren ernten konnten. Obwohl – wie oben beschrieben – vieles ganz anders war, bestätigt der Jahrgang einmal mehr so die Menge-Güte-Regel.
Sicher wird man den Jahrgang 2025 auch früher verstehen als beispielsweise seine kühleren Vorgänger 2021 oder 2016, die mit ihrer ausgeprägteren Säurestruktur mehr Zeit benötigen, wobei 2016 nun aber schon grandios ist, während 2021 später noch etwas mehr Geduld belohnen wird. Dagegen zeigt sich 2025 von Beginn an balanciert und zugleich unglaublich tiefgründig. Die Weine verfügen über eine große Klarheit, die mit einer bemerkenswerten inneren Dichte ohne jegliche Schwere gepaart ist. Besonders ist auch die Säurestruktur dieses Jahrgangs, da wir aufgrund des warmen Sommers eigentlich geringere Säurewerte erwartet hätten. Aber alle Weine besitzen eine ausprägte lebendige und tragende Säure, die den Weinen Frische, Spannung und zugleich ein großes Reifepotenzial verleiht.
Unsere Gutsweine sind auch in diesem Jahr wieder ein sehr schöner Einstieg in den neuen Jahrgang. Schon jetzt bereiten sie großes Trinkvergnügen, wohl wissend, dass man es bei ihnen eilig haben muss! Wer sich vorab schon etwas von Stilistik, Jahrgangscharakter und Qualität unserer Großen Gewächse erahnen möchte, findet dies wie immer in den Ortsweinen vom Riesling und Weißen Burgunder, da diese nur aus unseren Großen bzw. Ersten Lagen stammen und deren besonderen Charakter schon jetzt widerspiegeln.
Wie in den vergangenen Jahren bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich die Großen Gewächse frühzeitig per Subskription mit den gewohnten 7,5% Rabatt zu sichern.
Von zwei weiteren besonderen Weinen des Jahrgangs werden unsere Wein- und Weggefährten zum Teil auch schon später in diesem Jahr erfahren, können sich aber auch schon jetzt glücklich schätzen, denn wir haben entschieden unseren Schäwer aufgrund der geringen Menge exklusiv nur ihnen anzubieten.
Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und Ihr anhaltendes Interesse an uns und unseren Weinen. Beides ist für uns auch in Zukunft Ansporn und Verpflichtung zugleich. Ihnen und uns wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Freude mit unseren Weinen.
Mit herzlichen Grüßen aus Siebeldingen,
Hans Rebholz mit der ganzen Familie