Rundbrief 2017

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

Als mein Großvater Eduard Rebholz im Jahre 1947 den „Buckel“ genannten Weinberg wieder bepflanzen wollte, war dies für ihn aus vielen Gründen keine leichte Aufgabe! Denn allein schon das Grundstück, das die Kuppe eines steilen Südwesthanges ins Queichtal bildet, ist mit damaligen Möglichkeiten eigentlich gar nicht zu bearbeiten. Seine Lösung: er legt das dreieckige steile Grundstück als Terrassenweinberg an. Er fragte sich, welche Rebenerziehung er für diesen Weinberg anwenden soll?

Da es damals noch keine Traktoren gab, die in den Weinbergen eingesetzt werden konnten, sondern nur Mensch, Ochs oder Pferd, legte man, wie viele Jahrhunderte davor, Weinberge ganz schmal mit niedrigen Rebzeilen an. Er dagegen entschied sich für eine in der Pfalz und Deutschland ganz und gar untypische Form: die Dachlaubenerziehung, wie sie in Südtirol und dem Trentino auch heute noch üblich ist. Dies deshalb, weil hier die Trauben frei unter der in der Pergola ausgebildeten, waagrechten Laubwand hängen können und da durch weniger krankheitsanfällig sind. Dass dies in der Nachkriegszeit ein riesiger Aufwand war und ein enormes Risiko darstellte, wird einem auch deutlich, wenn man weiß, dass alle Terrassen dieser ein Drittel Hektar großen Fläche ebenso wie die komplette Holzkonstruktion ausschließlich mittels Handarbeit angelegt werden mussten. Die Parzelle war erst durch freiwilligen Landtausch mit verschiedenen Vorbesitzern entstanden. Die Weine, die im Laufe vieler Jahre in diesem für die ganze Pfalz einmaligen Weinberg wuchsen, geben auch heute noch dem Großvater recht. Auch wir wollen in diesem „Weinkulturerbe“ des Ökonomierats nach 70 Jahren noch Weine erzeugen, die er sich damals erträumt hat. Sicherlich haben die kundigen Rebholz-Wein-Freunde längst erkannt, dass es sich bei dem Weinberg um unsere VDP.Erste Lage „Albersweiler Latt“ handelt.

Später wurde Eduard Rebholz mit dem Ehrentitel „Ökonomierat“ für seine Verdienste als Qualitätspionier im Süden der Pfalz ausgezeichnet. Seine Ideen und Konsequenz, aber auch seine Kompromisslosigkeit und Risikobereitschaft, wenn es um die beste Weinqualität geht, sind uns heute immer noch Ansporn und Antrieb, seine Idee des Naturweingedankens jedes Jahr aufs Neue umzusetzen.

Im letzten Rundbrief haben wir Ihnen schon berichtet, dass es beim Jahrgang 2016 noch ein „Happy End“ gab. Das tolle Spätsommerwetter hatte uns für alle Mühen und Sorgen zu Beginn der Vegetationszeit mit außergewöhnlich gesunden Trauben belohnt. Auch unsere riskante Entscheidung, mit der Lese so lange wie möglich abzuwarten, zeigt sich nun in der Qualität der Weine. Ihre Präzision, Frische, Finesse, Feinheit, Leichtigkeit und „vibrierende“ Mineralität begeistern und bereiten extrem viel Trinkvergnügen!

Es sind die typisch feinen Charaktereigenschaften eines „kühlen Jahrgangs“, die sich nun schon vorzeitig mit einer außergewöhnlich frühen geschmacklichen Harmonie, Balance und Reife präsentieren!

Wenn Sie sich selbst ein Bild von den meisten Weinen des neuen Jahrgangs machen wollen, bietet sich unsere Maispitzen-Jahrgangsprobe (26. und 27. Mai) an. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der mitversandten Einladungskarte. Wie bereits in den letzten Jahren können Sie sich die „Großen Weine“ des Jahrgangs 2016 schon jetzt sichern und dadurch in dieser Subskription 7,5% gegenüber dem späteren Verkaufspreis sparen. Zu unserem Hoffest-Wochenende (2. und 3. September) erhalten Sie noch rechtzeitig eine gesonderte Einladung. Wer uns in der Pfalz im Weingut besuchen möchte, sollte diesen Besuch unbedingt frühzeitig planen. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite. Wir helfen Ihnen aber auch gerne persönlich weiter.

Ihnen und uns wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Familie Rebholz

P.S. Wie Sie sehen, haben wir die Weinliste etwas übersichtlicher gestaltet. Auf die meist „blumige“, vielerorts übliche wortreiche Beschreibung der Weine möchten wir auch zu - künftig ebenso verzichten, wie wir an der Form des informellen „Rundbriefes“ mit dem Neuesten von Weinberg, Keller und Weingut festhalten wollen, die schon der Ökonomierat in den 1940er Jahren so an seine „Freunde des Rebholz-Weines“ schickte.