Rundbrief Mai 2019

Liebe Freunde des REBHOLZ-Weines!

 

In der Landwirtschaft und im Weinbau werden seit Urzeiten Besitz und Wissen von Generation zu Generation weitergegeben. Obwohl sich in den letzten 100 Jahren durch die Einflüsse von Wissenschaft, Industrie, Globalisierung und Profitmaximierung auch in der Landwirtschaft wahrscheinlich mehr verändert zu haben scheint als in der gesamten Geschichte davor, hat dieser Grundsatz doch in vielen Betrieben überlebt.

Oft werden wir deshalb gefragt, die wievielte Winzergeneration denn nun bei uns das Sagen hat. Dies lässt sich in unserem Fall nicht eindeutig beantworten, obwohl seit dem Dreißigjährigen Krieg nachweislich ein Rebholz hier in Siebeldingen Weinbau betrieben hat. Denn für die Zeit davor gibt es zwar keine gesicherten Quellen mehr, weil die meisten pfälzischen Kirchenbücher in den Kriegswirren zerstört wurden. Aber der für einen Winzer fast wie ein absichtlich gewählter Künstlername klingende Familienname Rebholz lässt doch vermuten, dass auch in der Zeit davor die Familie sicherlich mit Weinbau zu tun hatte. Seit der Zeit des „Ackersmann Matthäus Casper Rebholz“ vor fast 400 Jahren wurden Name und Besitz in vielen Generationen weitergegeben. Nach erfolgreichem Studium steht mit den Zwillingen Hans und Valentin Rebholz nun die zehnte bereit, in dieser Reihe mehr Verantwortung zu übernehmen.

Dieser Prozess ist spannend und unglaublich zielführend, weil jugendliche Neugierde, neu erworbenes Wissen und die gewonnenen Einblicke und Erfahrungen von vielen Lehr- und Praktikumsbetrieben nun mit den Gegebenheiten und der Tradition des elterlichen Weinguts und der Erfahrung der „alten“ Generation zusammengeführt werden können. Dabei wird zwar alles hinterfragt, aber nicht zwingend um es in Zukunft neu und anders machen zu wollen, sondern am Ende noch konsequenter, kompromissloser und möglichst besser! Zusammen mit unseren jungen festangestellten Mitarbeitern, auch alle noch nicht einmal 30 Jahre alt, haben wir somit ein tolles, hochmotiviertes Team mit vielen Ideen, unverbrauchter Energie und großartigem Engagement!

Auch nach 70 Jahren sind die Ideen des Ökonomierats Eduard Rebholz noch immer so genial, dass sie heute lediglich hinterfragt, neu interpretiert und perfektioniert werden brauchen. Seine Vision, dass man für einen großen, unverwechselbaren Wein das Besondere der natürlichen Gegebenheiten des Weinbergs mit der speziellen Bodenbeschaffenheit und Struktur, dem Kleinklima und den durch den speziellen Witterungsverlauf einer Vegetationsperiode entstehenden Jahrgangscharakter herausarbeiten, erhalten und nicht „manipulieren“ darf, ist auch heute für uns die oberste Maxime. Dass wir heute moderne Maschinen und Technik in Weinberg und Keller dort einsetzen, wo sie die „Idee des Naturweingedankens“ fördern, weiter verbessern oder ohne Kompromisse und Qualitätsverlust mehr Arbeitspotenzial freisetzen, um an anderer Stelle noch mehr Aufwand für Qualität zu ermöglichen, ist selbstverständlich und auch im Stil des Ökonomierats.

Eine ganz entscheidende Grundlage für unseren heutigen Erfolg schuf er jedoch, indem er den meist sehr kleinparzelligen Weingutsbesitz schon vor den öffentlich angeordneten Flurbereinigungen durch Landtausch an den Plätzen vermehrte, die seine Winzerkollegen gerne abgaben, weil sie steil, sehr steinig, wenig ertragreich und daher recht schwierig zu bewirtschaften waren. Heute sind es die Weinberge, die ganz unverwechselbare Weine hervorbringen können und deren Namen heute weit über die Grenzen der Pfalz bekannt sind. Im Laufe der Jahre haben auch wir, immer wenn es möglich war, an diesen Stellen unseren Weinbergsbesitz weiter vergrößert. Unser ältester Weinberg, die 1947 gepflanzte Albersweiler Latt, erhielt in den letzten Wochen nun schon zum dritten Mal eine komplett neue Holzkonstruktion für die auf diesen Terrassen praktizierte Pergolaerziehung. Nach der unglaublichen 2018er Auslese ein mehr als verdienter Lohn für unsere dienstältesten Reben dieses weit über die Pfalz hinaus einzigartigen Weinkulturerbes!

Doch nun zu den Weinen des Jahrgangs 2018: Schon lange nicht mehr wurde ein Jahrgang so gespannt erwartet und so früh in höchsten Tönen gelobt. Was ist dran? Kurz zusammengefasst beschreiben wir den Jahrgang wie folgt: Im Gegensatz zu den Vorjahren sorgten 2018 die kalten Temperaturen im Februar und März für einen etwas späteren Rebaustrieb in der zweiten Aprilhälfte. Da der Boden durch die kräftigen Regenfälle im Januar jedoch noch über sehr große Wasserreserven verfügte, begann ab diesem Zeitpunkt bei stets rekordverdächtigem Temperaturverlauf ein Rebenwachstum, wie wir es nur ganz selten erlebt haben. Dies hatte einen Lesebeginn schon Ende August zur Folge. Durch das gute Wetter während der Lese konnten die Trauben nicht nur bei besten Bedingungen, sondern auch ideal gesund und perfekt reif geerntet werden.

Die noch jungen Weine des Jahrgangs zeigen sich schon außergewöhnlich zugänglich, sehr typisch für die Rebsorten in Geruch und Geschmack und mit einer sehr ausgewogenen, gut eingebundenen Säure. Durch unsere starke Ertragsreduzierung und aufwändige, selektive Handlese konnten wir auch in diesem wärmeren Jahr Weine in den Keller bringen, die über das Rebholz-typische enorme Entwicklungs- und Reifepotenzial verfügen. Die Weine zeigen sich vergleichbar mit denen aus den Jahren 2007, 2012 und 2015. Besonders erwähnen möchten wir jedoch, dass uns mit dem Jahrgang 2018 neben den klassisch trockenen Weinen auch ganz hochwertige edelsüße Qualitäten von Muskateller, Gewürztraminer und Riesling gelungen sind.

Wenn Sie sich selbst ein Bild von den meisten Weinen des neuen Jahrgangs machen wollen, bietet sich unsere Maispitzen-Jahrgangsprobe (31. Mai und 1. Juni) an. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der mitversandten Einladungskarte. Zu unserem Hoffest-Wochenende (7. und 8. September) und der in diesem Jahr wieder bei uns stattfindenden Erstverkostung der Großen Weine (31. August) erhalten Sie noch rechtzeitig gesonderte Einladungen. Wenn Sie uns in der Pfalz im Weingut besuchen wollen, dann planen Sie diesen Besuch unbedingt frühzeitig. Wir helfen Ihnen aber auch gerne persönlich weiter. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite.

Wie bereits in den letzten Jahren können Sie sich die „Großen Weine“ des Jahrgangs 2018 schon jetzt sichern und mit dieser Subskription 7,5% gegenüber dem späteren Verkaufspreis sparen.

 

Ihnen und uns wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Familie Rebholz

 

 

Hier finden Sie alle Rundbriefe aus den vergangenen Jahren.