ältere Rundbriefe

Rundbrief November 2017

Liebe Freunde des REBHOLZ-Weines!

Wie unterschiedlich die natürlichen Wachstumsbedingungen von Jahr zu Jahr sein können, sieht man an der Tatsache, dass wir Ihnen im letzten Jahr beim Schreiben des November-Rundbriefes nur einen Zwischenbericht über die Lese geben konnten, weil Ende Oktober noch ein großer Teil unserer Trauben in den Weinbergen hing. Damals mussten wir noch darauf warten, dass das „Pokern“ bei der Lese unserer besten Trauben auch mit dem erhofften Erfolg belohnt würde. Dass sich dieses große Risiko, bei dem wir mit der Lese bis zum allerletzten Termin abgewartet hatten, am Ende gelohnt hat, dürfen wir in der sehr positiven Resonanz sowohl durch unsere Weinkunden, als auch durch die Beurteilungen der Fachwelt für die außergewöhnlich eleganten, filigranen und langlebigen Weine des Jahrgangs 2016 erleben.

In diesem Jahr dagegen können wir Ihnen schon jetzt abschließend über die Weinlese 2017 berichten! Denn schon am 4. Oktober, exakt einen Monat früher als im Vorjahr und so früh wie seit über 50 Jahren nicht mehr, konnten wir unsere diesjährige Traubenernte beenden. Aber leider müssen auch wir, wie die meisten europäischen Weinregionen, eine große Ertragseinbuße hinnehmen. Dass uns am Ende sogar ein Drittel der sonst üblichen Weinmenge fehlen würde, hatten wir aber nicht erwartet. Dies hat verschiedene Ursachen: Neben einem in diesem Jahr deutlich geringeren Fruchtansatz der Reben und zum Teil recht massiven Fraßschäden durch einen tierischen Schädling, den Rhombenspanner, im Frühjahr, war in erster Linie der Frost Ende April dafür verantwortlich. Waren es früher meist tiefe eisige Temperaturen mitten im Winter, die Schäden an Holz und Knospen der Reben verursachten, so haben in den letzten Jahren die veränderten wärmeren klimatischen Bedingungen für einen immer früheren Vegetationsstart und damit auch Austrieb der Reben gesorgt. Dadurch ist in fast allen Weinbauregionen der Welt die Spätfrostgefahr erheblich größer geworden. Denn somit können dann über einen längeren Zeitraum in kalten, wolkenlosen Nächten Temperaturen von weniger als minus zwei Grad Celsius das frisch herangewachsene zarte Grün vernichten. Da in diesem Jahr durch die milde Witterung ab Februar der Austrieb drei Wochen früher als gewohnt stattfand, waren vor allem Rebsorten, die schon recht weit ausgetrieben waren, besonders stark betroffen: Spätburgunder, Chardonnay und vor allem Muskateller und Gewürztraminer. Bei der letztgenannten Rebsorte fällt der Verlust so groß aus, dass es den im April-Rundbrief erhofften Jubiläumswein „70 Jahre Albersweiler Latt“, nicht geben wird. Nachdem wir auch schon im Vorjahr durch Spätfröste und den starken Befall durch Falschen Mehltau erhebliche Ertragseinbußen hinnehmen mussten, schmerzt die erneut kleine Erntemenge nun umso mehr.

Aber abgesehen von den Frostnächten im April und einem etwas feuchteren September meinte es das Wetter mit uns in diesem Jahr wirklich sehr gut. Im Gegensatz zu vielen Regionen Deutschlands hatten wir in der Pfalz einen richtigen, warmen und wunderschönen Sommer, der ideal für unsere Reben und Trauben war. Deshalb erwarten wir von der Qualität der 2017er Weine auch sehr viel, da wir sehr gesunde und reife Trauben mit einer großartigen Säurestruktur ernten durften. In allen Großen Lagen konnten wir Trauben ernten, von denen wir - und Sie - wieder herausragende, langlebige Weinpersönlichkeiten erwarten dürfen. Jetzt gilt es, den jungen Weinen viel Zeit bei ihrer Entwicklung zu gönnen und ganz geduldig ihren weiteren Werdegang zu begleiten!

An unserer Begeisterung für die Weine der Vorjahre 2015 und 2016 hat sich überhaupt nichts geändert - im Gegenteil, sie ist noch größer geworden, da sich diese Produkte großartig weiterentwickelt haben. Im Charakter unterscheiden sich die beiden Jahrgänge etwas: Im Jahr 2015 entstanden sehr harmonische, runde, sortentypische Weine, während die Weine des Folgejahres vor allem durch ihre feine, präzise, geschliffene Art gefallen. Allen Weinen dieser beiden Jahrgänge gemein ist eine sehr elegante und mineralische Säure, die einerseits außergewöhnlich viel Trinkfreude bereitet, andererseits die Grundlage für die Langlebigkeit dieser Weine darstellt.

Wie gut sich Rebholz-Weine weiterentwickeln, können Sie am zweiten Adventssamstag, dem 9. Dezember, bei unserer „10 Jahre danach“-Probe der Weine des Jahrgangs 2007 erleben. Schon am Vorabend (Freitag, 8. Dezember) können Sie mit uns bei Sternekoch Daniel Schimkowitsch im Restaurant L.A. Jordan in Deidesheim zu Gast sein. Wir werden sein 5-Gänge-Menü mit Weinen aus unserer Schatzkammer begleiten. Eine Anmeldung ist für beide Veranstaltungen unbedingt erforderlich. Mehr Information finden Sie auf dem Beiblatt oder erfahren Sie von uns. Am Wochenende davor sind wir im Rahmen der VDP.Langen Nacht der offenen Keller zusammen mit den Weingütern Weil, Wittmann und Krebs im Weingut Müller-Catoir in Neustadt-Haardt zu Gast.

Wie immer beraten wir Sie auch gerne bei Ihrer persönlichen Weinauswahl für Sie oder Ihre Freunde. Auf einem Beiblatt haben wir einige Vorschläge für Geschenk- und Probierpakete zusammengestellt, ganz speziell auch wieder einige „gereifte Weine im Großformat“. Selbstverständlich fügen wir - falls gewünscht - allen Geschenksendungen Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.

Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir viele frohe Stunden mit dem REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2018.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

P.S. Auch in diesem Jahr dürfen wir Ihnen von einer besonderen Auszeichnung berichten: Die Redaktion des Schlemmer Atlas zeichnet uns als „Weingut des Jahres 2018“ aus, was durch Wahl der Schlemmer-Atlas Top 50 Sommeliers erfolgte.
Auch die ersten Bewertungen liegen vor: Der Weinwisser bewertet in seiner „Sonderausgabe Grosse Gewächse“ unsere 2017er Riesling GGs mit 19/20 (Kastanienbusch) und 18,5/20 (Im Sonnenschein und „Ganz Horn), den höchsten Punktzahlen der Pfalz.

Hier finden Sie alle Rundbriefe aus den vergangenen Jahren.

Rundbrief April 2017

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

Als mein Großvater Eduard Rebholz im Jahre 1947 den „Buckel“ genannten Weinberg wieder bepflanzen wollte, war dies für ihn aus vielen Gründen keine leichte Aufgabe! Denn allein schon das Grundstück, das die Kuppe eines steilen Südwesthanges ins Queichtal bildet, ist mit damaligen Möglichkeiten eigentlich gar nicht zu bearbeiten. Seine Lösung: er legt das dreieckige steile Grundstück als Terrassenweinberg an. Er fragte sich, welche Rebenerziehung er für diesen Weinberg anwenden soll?

Da es damals noch keine Traktoren gab, die in den Weinbergen eingesetzt werden konnten, sondern nur Mensch, Ochs oder Pferd, legte man, wie viele Jahrhunderte davor, Weinberge ganz schmal mit niedrigen Rebzeilen an. Er dagegen entschied sich für eine in der Pfalz und Deutschland ganz und gar untypische Form: die Dachlaubenerziehung, wie sie in Südtirol und dem Trentino auch heute noch üblich ist. Dies deshalb, weil hier die Trauben frei unter der in der Pergola ausgebildeten, waagrechten Laubwand hängen können und da durch weniger krankheitsanfällig sind. Dass dies in der Nachkriegszeit ein riesiger Aufwand war und ein enormes Risiko darstellte, wird einem auch deutlich, wenn man weiß, dass alle Terrassen dieser ein Drittel Hektar großen Fläche ebenso wie die komplette Holzkonstruktion ausschließlich mittels Handarbeit angelegt werden mussten. Die Parzelle war erst durch freiwilligen Landtausch mit verschiedenen Vorbesitzern entstanden. Die Weine, die im Laufe vieler Jahre in diesem für die ganze Pfalz einmaligen Weinberg wuchsen, geben auch heute noch dem Großvater recht. Auch wir wollen in diesem „Weinkulturerbe“ des Ökonomierats nach 70 Jahren noch Weine erzeugen, die er sich damals erträumt hat. Sicherlich haben die kundigen Rebholz-Wein-Freunde längst erkannt, dass es sich bei dem Weinberg um unsere VDP.Erste Lage „Albersweiler Latt“ handelt.

Später wurde Eduard Rebholz mit dem Ehrentitel „Ökonomierat“ für seine Verdienste als Qualitätspionier im Süden der Pfalz ausgezeichnet. Seine Ideen und Konsequenz, aber auch seine Kompromisslosigkeit und Risikobereitschaft, wenn es um die beste Weinqualität geht, sind uns heute immer noch Ansporn und Antrieb, seine Idee des Naturweingedankens jedes Jahr aufs Neue umzusetzen.

Im letzten Rundbrief haben wir Ihnen schon berichtet, dass es beim Jahrgang 2016 noch ein „Happy End“ gab. Das tolle Spätsommerwetter hatte uns für alle Mühen und Sorgen zu Beginn der Vegetationszeit mit außergewöhnlich gesunden Trauben belohnt. Auch unsere riskante Entscheidung, mit der Lese so lange wie möglich abzuwarten, zeigt sich nun in der Qualität der Weine. Ihre Präzision, Frische, Finesse, Feinheit, Leichtigkeit und „vibrierende“ Mineralität begeistern und bereiten extrem viel Trinkvergnügen!

Es sind die typisch feinen Charaktereigenschaften eines „kühlen Jahrgangs“, die sich nun schon vorzeitig mit einer außergewöhnlich frühen geschmacklichen Harmonie, Balance und Reife präsentieren!

Wenn Sie sich selbst ein Bild von den meisten Weinen des neuen Jahrgangs machen wollen, bietet sich unsere Maispitzen-Jahrgangsprobe (26. und 27. Mai) an. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der mitversandten Einladungskarte. Wie bereits in den letzten Jahren können Sie sich die „Großen Weine“ des Jahrgangs 2016 schon jetzt sichern und dadurch in dieser Subskription 7,5% gegenüber dem späteren Verkaufspreis sparen. Zu unserem Hoffest-Wochenende (2. und 3. September) erhalten Sie noch rechtzeitig eine gesonderte Einladung. Wer uns in der Pfalz im Weingut besuchen möchte, sollte diesen Besuch unbedingt frühzeitig planen. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite. Wir helfen Ihnen aber auch gerne persönlich weiter.

Ihnen und uns wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihre Familie Rebholz

P.S. Wie Sie sehen, haben wir die Weinliste etwas übersichtlicher gestaltet. Auf die meist „blumige“, vielerorts übliche wortreiche Beschreibung der Weine möchten wir auch zu - künftig ebenso verzichten, wie wir an der Form des informellen „Rundbriefes“ mit dem Neuesten von Weinberg, Keller und Weingut festhalten wollen, die schon der Ökonomierat in den 1940er Jahren so an seine „Freunde des Rebholz-Weines“ schickte.

Rundbrief November 2016

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

Der Beruf eines Winzers ist unglaublich abwechslungsreich. Bei der Arbeit mit und von der Natur erlebt man Jahr für Jahr, wie die Reben nach dem Winterschlaf zu Beginn der Vegetationsperioden ihr erstes, zartes Grün hervorbringen, aus dem dann junge Rebtriebe werden. Selbst die „Gescheine“,  späteren Rebblüten, bzw. Trauben, sind beim Austrieb schon angelegt. Von diesem Zeitpunkt an hat der Winzer dann die Aufgabe, die Reben zu schützen, denn die klassischen Weinreben sind zwar uralte Kulturpflanzen, die sich hervorragend an die unterschiedlichsten Wachstumsbedingungen anpassen können, aber gegen manche tierische Schädlinge und Pilzkrankheiten, die nach Europa eingeschleppt wurden, keine Resistenzen bilden können. Je nach Witterungsbedingungen ist der Befallsdruck der Reben sehr unterschiedlich ausgeprägt, wie wir es in diesem Jahr mit zwei völlig verschiedenen „Wettergesichtern“ erleben konnten.

Der Wonnemonat Mai begann noch recht normal, bescherte dann jedoch Ende des Monats den Weinbergen eine Primärinfektion des Falschen Mehltaus (Peronospora), wie man sie in dieser Stärke seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Mit ausschließlich biologischem Pflanzenschutz gegen diese Pilzinfektionen an Blättern und Trauben anzukämpfen, ist eine große Herausforderung. Da es im Juni und Juli nur ganz wenige regenfreie Tage gab, verkomplizierte sich dann diese schwierige Aufgabe noch mehr, was bei manchen unserer Rebsorten zu nicht unerheblichen Ertragseinbußen führte.

Auf die Qualität der Weine hat dieser Aspekt jedoch glücklicherweise keine Auswirkung, weil hierfür nur der Zustand und die Güte der Trauben ausschlaggebend sind! Weil sich ab Ende Juli dann die Witterungsbedingungen grundlegend änderten, und von da an sehr trockenes, warmes Wetter den Vegetationsverlauf bestimmte, durften wir in diesem Jahr Trauben „wie aus dem Bilderbuch“ ernten.

Wahrscheinlich werden, wenn Sie diesen Brief erhalten, noch einige Trauben im Weinberg hängen. In manchen Jahren muss man, um die Spitzenqualitäten ernten zu können, die wir –und Sie – von uns erwarten, doch recht viel riskieren. Auch in diesem Jahr ist dies notwendig, da zwar Reife und Zuckergehalt für normale und mittlere Qualitäten bei allen Rebsorten schon früh gegeben waren, aber das für unsere Spitzenweine perfekte Zusammenspiel von Reife, Zuckergehalt und Geschmack der Trauben trotz hervorragendem Gesundheitszustand und noch sehr intakter Laubwand nur noch mit viel Geduld erreicht werden kann. Drücken Sie uns die Daumen!

Begeistert und stolz sind wir auf die Entwicklung unserer Weine vom Vorjahrgang 2015. Vom normalen Gutswein bis zu den großen Weinen bereiten alle schon jetzt viel Trinkvergnügen mit ihrer jahrgangsbedingt außergewöhnlichen Sortentypizität und ihrer feinen Eleganz. Dazu kommt eine sehr feine, recht mineralische Säure der Weine, die für geschmackliche Länge und großes Entwicklungspotenzial sorgt.

Der WEINWISSER, der führende deutschsprachige Infoletter für Weinprofis und ambitionierte Weinliebhaber, schreibt in seiner Ausgabe 9/2016: „Erneut ist Rebholz in allen Pfälzer GG-Kategorien auf einem der besten Plätze. Diesmal scheint der "Ganz Horn" der beste der drei Riesling-GGs zu sein. Chardonnay und Weißburgunder sind kaum besser zu machen. Beim Spätburgunder entwickelt er zunehmend einen eigenen, burgundernahen Stil. Auch der derzeit beste Rebholz-Riesling gehört zu den allerbesten deutschen Trockenen des Jahres.“

Auch „RobertParker.com“ vergibt für unsere 2015er Weinkollektion viele Punkte: 88-90 für Gutsweine, 90-92 für Terroirweine, 92-94 für die „Großen Gewächse“ und 95 für die Gewürztraminer Auslese aus der Albersweiler Latt.

Der gerade erschienene GAULT MILLAU „Weinguide 2017“ bewertet unsere neue Kollektion ebenfalls überragend und zeichnet unseren neuen „R“ Chardonnay 2015 - wie im Vorjahr - als Deutschlands besten Wein von allen weißen Burgundersorten dieses Jahrgangs aus!

Wie sich unsere großen Weine weiter entwickeln, können Sie bei unserer „Zehn Jahre danach“-Probe mit Weinen des Jahrgangs 2005 erleben, zu der wir Sie für Samstag, den 3. Dezember einladen.

Wer wie in den Vorjahren schon einen Besuch in unserem Weingut zum Jahresende eingeplant hat, der hat in diesem Jahr die „Qual der der Wahl“, denn wir öffnen für die „LANGE NACHT DER OFFENEN WEINKELLER“ wieder unser Kelterhaus und den Keller. Als Gäste haben wir die renommierten VDP-Kollegen Weingüter Dr. Bürklin-Wolf (Wachenheim), Knipser (Laumersheim) und Müller-Catoir (Neustadt-Haardt) eingeladen. Die Veranstaltung findet im Rahmen einer gemeinsamen VDP Pfalz-Veranstaltung wieder in der Südpfalz statt. Mehr Informationen finden Sie auf der ebenfalls beigelegten Einladungskarte.

Wie immer beraten wir Sie gerne bei Ihrer persönlichen Weinauswahl. Auf einem Beiblatt haben wir einige Vorschläge für Geschenk- und Probierpakete zusammengestellt, ganz speziell auch wieder einige „gereifte Weine im Großformat“. Selbstverständlich fügen wir - falls gewünscht - allen Geschenksendungen Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.

Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir viele frohe Stunden mit dem REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2017.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

P.S. Das eingangs erwähnte zweite „Wettergesicht“ sorgte übrigens mit seiner trockenen, warmen Witterung dafür, dass die befürchteten enormen Schäden durch die aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege ausblieben. Aber im nächsten Jahr werden die „Wetterkarten“ wieder neu gemischt, und wir sind gespannt, was uns dann erwartet.

Rundbrief April 2016

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

„Man lernt nie aus!“ An diese Redensart wurde ich erinnert, als viele Pfälzer Mandelbäume schon kurz nach Weihnachten ihre ersten rosa Blüten entfalteten. Als dann auch noch Schneeglöckchen und Blaustern viele Wochen zu früh die „neue Saison“ eröffneten, ließ dies einen allzu frühen Vegetationsbeginn und die damit verbundene große Gefahr von Frostschäden erwarten. Dass die nasskalte Witterung in der Zwischenzeit aber wieder alles „normal“ geregelt hat, beruhigt dann doch wieder. Wer mit und von der Natur lebt und letztendlich von ihr abhängig ist, beobachtet schon die kleinsten klimatischen Veränderungen und Anomalitäten mit Besorgnis. Nicht nur weil davon natürlich unsere heutige Existenz abhängt, sondern vor allem auch, weil von möglichen Auswirkungen vor allem unsere Nachkommen betroffen wären. Damit meine ich sowohl die zukünftigen Weinproduzenten und –liebhaber, als auch alle Menschen, Tiere und Pflanzen, die in unserer von unzähligen Winzergenerationen geschaffenen Wein-Kulturlandschaft leben!

Aber, liebe Freunde des Rebholz Weines, so lange es noch immer auch solch kühlen Jahrgänge wie 2010 oder 2008 gibt, in denen selbst wir um jedes Grad Öchsle und perfekte Traubenreife regelrecht kämpfen müssen, weil andernfalls nur kleine, dünne und unreife Weine entstünden, sind unsere natürlichen Bedingungen noch nicht so aus dem Lot, dass wir uns große Sorgen machen müssten. Am Stil der REBHOLZ-Weine wird sich auch in Zukunft ungeachtet häufiger auftretender Extremwettersituationen, wie Trockenheit oder Starkregen mit Hagel, nichts ändern. Wir wollen weiterhin Weine erzeugen, die sowohl für die verschiedenen Rebsorten typisch sind, als auch zeigen, wo sie gewachsen sind, geprägt mit ihrem unverwechselbaren „Fingerabdruck“ durch die besonderen Standortbedingungen von Böden und Kleinklima der verschiedenen Parzellen – auch Terroir genannt.

Außerdem wollen wir in unseren Weinen genauso den typischen Jahrgangscharakter ganz klar herausarbeiten, der in den deutschen Weinbaugebieten durch das „cool climate“ deutlich unterschiedlicher ausfällt als in klimatisch gemäßigten und warmen internationalen Weinregionen. Die Weine sollen die Stärken eines Jahrgangs zeigen, ihn stark machen. Die Voraussetzungen dafür beginnen im Weinberg mit vielen qualitätsfördernden Maßnahmen und werden durch selektive Handlese, sowie unsere äußerst schonende Trauben- und Maischeverarbeitung im Herbst fortgesetzt. Damit die Weine möglichst jahrgangstypisch werden, verzichtet der REBHOLZ-Stil seit jeher auf die sonst üblichen Möglichkeiten der Alkoholerhöhung mittels Anreicherung, auf Säureregulierung durch Entsäuerung und auf Weinschönungen. Voraussetzung dafür ist aber immer perfektes Lesegut. Qualität wird nicht im Keller gemacht; sie kommt mit den Trauben aus den Weinbergen! Danach gilt es bei Lese, Traubenverarbeitung und Weinausbau möglichst wenig davon zu verlieren!

Doch nun zum aktuellen Jahrgang 2015. Selten haben wir erlebt, dass sich Weine so positiv andersartig präsentieren, als erwartet! Ließ die warme, trockene Witterung doch eher, kräftige Weine mit recht milder Säure erwarten, selbst ausgesprochen „mediterrane“ Weine wie vom Jahrgang 2003 waren nicht ausgeschlossen. Aber schon bei den ersten Reifeuntersuchungen zeigte sich, dass unsere Trauben über eine hervorragende Säurestruktur und nicht allzu hohe Zuckerwerte verfügen würden. Zusammen mit dem in trockenen Jahren idealen Gesundheitszustand der Trauben waren damit außergewöhnlich gute Voraussetzungen für den 2015er Jahrgang gegeben. Das Resultat sind bei uns Weine mit „eher kühlem“ Charakter, mit angenehm präsenter, aber immer ganz reifer Säure, und mit sehr feiner, ganz klarer Sortentypizität. Besonders gefallen uns die für die 2015er Wachstumsbedingungen erstaunliche alkoholische Leichtigkeit und ihre verspielte Eleganz. Obwohl die Weine noch sehr jung sind, bereiten sie schon jetzt enormen Trinkspaß und zeigen einiges von ihrem späteren Potential. Bei der ersten Präsentation auf der wichtigsten Weinmesse der Welt, der ProWein in Düsseldorf, waren die Fachleute von diesen Qualitäten bereits sehr angetan.

Auch in diesem Jahr haben Sie bei unserer Maispitzen-Jahrgangsprobe (6. und 7. Mai) die Möglichkeit, die meisten Weine des neuen Jahrgangs zu probieren und sich selbst ein Bild zu machen. 

Ihnen und uns wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

P.S. Noch eine traurige persönliche Nachricht zum Schluss: Am 20. Januar verstarb meine Mutter Christl Rebholz, die nach dem allzu frühen Tod meines Vaters 1978 das Weingut zusammen mit mir weiter führte, im Alter von 82 Jahren.

Rundbrief November 2015

„Ernte gut – alles gut!“ Diese Abwandlung des bekannten Sprichwortes fasst den Verlauf und das Ergebnis des Weinjahrgangs 2015 recht treffend zusammen.

Auch wenn zu Jahresbeginn noch ausgiebige Regenfälle die Wasserreserven im Boden auffüllten, blieb der restliche Witterungsverlauf durch die außergewöhnliche Trockenheit geprägt. Sogar die kurze Regenperiode, die uns zu Beginn derWeinlese heimsuchte, konnte nicht mehr ändern, dass in 2015 nur etwa 60% des durchschnittlichen Niederschlags fielen! Auch die Temperaturkurve und die Anzahl der Sonnenscheinstunden lagen 2015 von Anfang an deutlich über dem Durchschnitt der Jahre.

Welche Auswirkungen hatte dieses warme 2015er Klima auf die Vegetation der Reben sowie die Qualität und den Charakter des Weinjahrgangs? Durch die günstigen Bedingungen in Winter und Frühjahr erwachten selbst die gewöhnlich lange winterschlafenden Reben deutlich zeitiger und zeigten ihr erstes Grün bereits in der ersten Aprilhälfte. Vor Frösten bewahrt, begann auch die Blüte an unseren Reben mehr als zwei Wochen früher als üblich. Zu diesem Zeitpunkt litten jedoch die jüngeren Reben oft schon unter der außergewöhnlichen Trockenheit, weil sie sich mit ihrem noch schächer ausgebildeten Wurzelsystem nicht so gut mit Wasser aus tieferen Bodenschichten versorgen konnten. Aus diesem Grund begannen wir alsbald die jüngeren Rebstöcke zu gießen, weil der Wassermangel sonst an manchen Standorten zu einer Überlebensfrage der jungen Weinreben geworden wäre. Die älteren Rebstöcke hielten mit dem in 2015 schwächer wüchsigen Blattwerk die Verdunstung in Grenzen und zu jeder Zeit trotz andauernder Trockenheit erstaunlich gut durch. Die nächtliche Abkühlung sorgte dabei nicht nur bei Mensch und Tier für etwas Erholung, sondern war auch für die Pflanzenwelt in diesem Jahr sehr hilfreich. 

Als wir am Montag nach unserem Hoffest mit der Traubenernte begannen, wurden wir nachmittags von einem starken Gewitter mit etwas Hagel - im wahrsten Sinne des Wortes - kalt erwischt. Dass wir letztlich, trotz weiterer heftiger Regenfälle in der ersten Lesewoche, alle Trauben doch noch ohne größere Schäden und Verluste in optimalem Zustand und hervorragender Qualität einbringen konnten, lag an einer stabilen, sehr günstigen Wetterlage für den Rest der Ernte: bei kühleren Temperaturen blies viel Wind die Feuchtigkeit ganz schnell wieder weg. Nach genau einem Monat war die Lese, in der wir teilweise mit über vierzig Helfern zugange waren, am 14. Oktober beendet – zu einem Zeitpunkt, an dem in früheren Jahren oft erst richtig begonnen wurde.

Welchen Weintyp könnte der Jahrgang 2015 bringen? Wir erwarten, dass sich daraus klare, sehr sortentypische Weine mit einer feinen, reifen Säure entwickeln werden, keine Weine des heißen Jahrgangstyps, wie 2003, da sie sich bei uns deutlich leichter als in jenem heißen Ausnahmejahr und mit normaler Säurestruktur präsentieren werden.

2015 ist übrigens unser erster nach den Richtlinien der Winzergruppe „Respekt“ biodynamisch zertifizierter Jahrgang.

Was unsere Weine des aktuellen Jahrgangs 2014 angeht, so teilen unsere Begeisterung nicht nur viele Weinfreunde – einige Weine sind schon vergriffen, sondern auch Weinexperten inner- und außerhalb Deutschlands! Der Charakter unserer Weine mit ihrem sehr eleganten Sortentyp und der ganz feinen, verspielten mineralischen Säure sowie der oft alkoholischen Leichtigkeit bereitet schon jetzt viel Trinkspaß, ist aber auch die Basis für weiteren Genuss in den nächsten Jahren!

Wer erleben möchte, wie sich unsere Weine weiter entwickeln, den laden wir zu unserer „Zehn Jahre danach“-Probe mit Weinen des Jahrgangs 2004 am Samstag, dem 5. Dezember ein.

Unser traditionelles Hoffest werden wir in Zukunft auf das erste Septemberwochenende legen, da sich dies mit dem inzwischen immer früheren Weinlesebeginn besser vereinbaren lässt. Bitte beachten Sie dies schon jetzt bei Ihrer Planung und frühzeitigen Zimmerreservierung!

Wir beraten Sie gerne bei der Zusammenstellung Ihrer persönlichen Weinauswahl.  Auf einem Beiblatt haben wir einige Vorschläge für Geschenk- und Probierpakete zusammengestellt, ganz speziell auch wieder einige „gereifte Weine im Großformat“. Selbstverständlich fügen wir wenn gewünscht - allen Geschenksendungen Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.

Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir viele frohe Stunden mit dem REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2016.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

P.S. Ganz aktuell: Der Gault Millau Weinguide 2016 nennt unsere neue Kollektion „Ganz großes Kino“, bewertet 12 der verkosteten Proben mit 90 und mehr Punkten und zeichnet unseren „R“ Chardonnay als Deutschlands besten Wein von weißen Burgundersorten aus!

Rundbrief Mai 2015

„Es war einmal ein wunderschönes Fleckchen Erde mit sanften von Reben überzogenen Hügeln vor vielen bewaldeten Bergen, durch das sich sanft ein klares Bächlein zu einem großen Fluss hin schlängelte. Es gab dort viele tüchtige Bauern, die sich um die vielen Reben kümmerten und die, weil sie daraus auch einen meist leckeren Wein bereiteten, auch Weinbauern genannt wurden. Ihr Tagwerk hätte eigentlich ganz unbekümmert sein können, wenn es nicht auch das Wettermännlein gegeben hätte. Das hatte stets seine Freude daran, alle Möglichkeiten, die das Wetter beeinflussen können, immer wieder aufs Neue zu mischen. Niemand wusste, warum es dies tat. Vielleicht weil es sehen wollte, was die Weinbauern sich daraufhin einfallen ließen, um den Unbilden seines Tuns zu trotzen oder einfach nur, um zu beobachten, wie unter genau diesen Bedingungen die Reben wachsen würden. Nehmen wir aber für den Fortgang der Geschichte nun an, dass unser Wettermännlein in erster Linie ein großer Weinliebhaber wäre, das einfach jahrein jahraus neugierig darauf wartete, welch leckeren Wein die tüchtigen Weinbauern unter den ganz speziellen Bedingungen, die sie Jahrgang nannten, bereiteten.

Eines Tages fragte sich unser Wettermännlein jedoch, ob es in seinem Wetterkapriolenspiel das letzte Mal vielleicht nicht doch etwas übertrieben hatte, weil die Weinbauern an diesem gesegneten Fleckchen Erde mit den Auswirkungen seines jüngsten Spiels gar allzu viel Müh‘ und Arbeit hatten. Es wurde reumütig und sehr traurig und beschloss, beim nächsten Jahrgang alles viel besser zu machen – den Winter recht lau, das Frühjahr noch milder – mit der Folge, dass die Bäume und Sträucher so früh wie selten zuvor blühten und die Reben ganz früh aus ihrem wohl verdienten Winterschlaf erwachten. Danach ließ es ganz viel Sonne scheinen – fast etwas zu viel. Die Weinbauern wünschten sich deshalb sehnlichst Regen herbei. Auch dieser Wunsch wurde ihnen vom Wettermännlein erfüllt. Auch wenn die Dosierung des Regens nicht überall ganz passend war, so hatte es doch am oben geschilderten Fleckchen Erde diesmal wirklich alles richtig gemacht: Die Weinbauern dort waren glücklich, weil die Weine so wohlschmeckend gediehen. Das Wettermännlein war froh und freute sich wie die vielen Weinliebhaber darauf, das Ergebnis seines Tuns, den neuen Jahrgang, bald verkosten zu dürfen.

Und wenn das Männlein nicht gestorben ist, dann spielt es gerade wieder ein neues Wetterspiel für den nächsten Jahrgang!“

Keine Angst, liebe Freunde des Rebholz-Weines, in unseren Rundbriefen werden wir Ihnen sonst kein(e) Märchen mehr erzählen, sondern wie es schon mein Großvater, Ökonomierat Eduard Rebholz, vor 65 Jahren begonnen hat, weiterhin das Neueste aus Weinberg, Keller und der Weinbranche berichten und Sie stets über unsere Weine informieren. Wir wollen auch in Zukunft an dieser sachlich unterhaltenden Art des Kundenbriefes festhalten, auch wenn dies im Zeitalter der perfekt designten Hochglanzbroschüren und angesichts der Neuen Medien für manchen fast schon antiquiert erscheint. Es ist unser Weg den persönlichen Kontakt zu Ihnen zu halten.

Was den neuen Jahrgang 2014 angeht, so beschreibt die märchenhafte Geschichte vom Wettermännlein unser momentanes Empfinden recht gut. Nach dem Jahrgang 2013, bei dem wir nur mit sehr viel Mühe und Aufwand – und damit mit einer sehr kleinen Erntemenge – die von uns erwarteten Weinqualitäten erzeugen konnten, durften wir den aktuellen Jahrgang ohne die Probleme, die es dieses Mal in vielen anderen Weinbaugegenden in Deutschland und Europas gab, einbringen. Auch der erstmals in Deutschland aufgetretene Schädling, die aus Asien eingeschleppte Kirschessigfliege,verursachte an den von uns angebauten Rebsorten, selbst bei Spätburgunder und Gewürztraminer, nur geringe Schäden. Mit unserer sehr aufwändigen Handlese konnten wir diese auch gut aussortieren.

Vom Charakter der 2014er Weine sind wir begeistert: es sind sehr klare, äußerst sortentypische Weine mit einer feinen mineralischen Säure, die stets perfekt eingebunden ist. Erfreulich auch die alkoholische Leichtigkeit vieler Weine, die der großen Trinkfreude noch mehr entgegen kommt. Den neuen Jahrgang wollen wir Ihnen an unseren Maispitzen-Probiertagen (15. und 16. Mai) vorstellen. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der mitversandten Einladungskarte.

Zu unserem Hoffest-Wochenende (12. und 13. September) und zur bei uns eine Woche davor stattfindenden Premiere Großer Weine (5. September) mit den Weingütern Christmann, Wittmann und Schäfer-Fröhlich erhalten Sie noch rechtzeitig eine gesonderte Einladung. Wenn Sie uns in der Pfalz besuchen wollen, dann planen Sie den Besuch unbedingt frühzeitig, denn die Südpfalz ist bei vielen Gästen nicht nur als Reiseziel sehr beliebt, sondern vom 17. April bis 18. Oktober 2015 durch die in Landau stattfindende Landesgartenschau noch attraktiver. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite. Wir helfen Ihnen, wenn möglich, aber auch gerne persönlich weiter.

Ihnen – und uns – wünschen wir einen schönen Sommer und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

P.S. Wie in den letzten Jahren können Sie sich bereits jetzt schon die „Großen Weine“ von 2014 sichern – und bei dieser Subskription noch 7,5% gegenüber dem späteren Verkaufspreis sparen.

Rundbrief November 2014

Ökonomierat Eduard Rebholz wurde vor 125 Jahren geboren. Der Namensgeber unseres Weinguts übernahm die Verantwortung für den, wie unser Familienname schon vermuten lässt, seit vielen Generationen betriebenen Weinbau erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Der studierte Forstwirt wollte von Anfang an die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit deutscher Spitzengewächse herausarbeiten. Seine Spitzenweine aus den späten 40er und den 50er Jahren gehörten zum Besten, was in Deutschland produziert wurde. Sie sorgten für einen Bekanntheitsgrad, der für ein Weingut aus der Südpfalz bis dahin völlig undenkbar war. Nicht nur sein Name ist uns im Weingut erhalten geblieben.
Unsere besten Weinberge sind an den Stellen, wo er zielstrebig durch Tausch und Zusammenlegung den Familienbesitz konzentrierte: im Kastanienbusch, Ganshorn, Berg und Im Sonnenschein. Sein 1947 in der Albersweiler Latt angelegter Pergola-Terrassenweinberg ist auch heute noch Zeuge dafür, dass er, um als Ziel die allerhöchste Qualität zu erreichen, ständig alles in Frage stellte, viel Neues ausprobierte und sich auch über die Grenzen der Pfalz hinaus mit Gleichgesinnten austauschte. Im Weinberg setzte der Ökonomierat als einer der ersten auf begrünte Rebgassen, statt kahlen Weinbergsböden. Heute sind unsere Böden nicht nur die Grundlage für eine unglaubliche Biodiversität in unserem Ökosystem Weinberg, sondern sie liefern selbst so viel Nährstoffe und Humus, dass wir schon seit über 25 Jahren auf mineralische Düngung verzichten.
Da er wusste, dass die Grundlage für Weinqualität aus dem Weinberg kommt, setzte er auf viele qualitätsverbessernde Handarbeiten während der Vegetation und eine sehr späte Lese. Denn nur mit perfekt reifen Trauben konnte er seine Wein-Philosophie erreichen, die er so formulierte: „Naturrein – ohne weinfremde Zusätze – bekömmlich.“ Dabei verzichtete er auf die weingesetzlich erlaubten Möglichkeiten der Anreicherung (Chaptalisation) und Süßung mit „Süßreserve“ (Traubenmost). Wir haben daran bis heute nichts geändert und verzichten zusätzlich noch auf die chemische Entsäuerung und Weinschönungen. Auch die Art der Traubenverarbeitung mit Maischestandzeit für mehr Aromen, Mineralität, Struktur und Reifepotenzial praktizieren wir heute noch wie er. Nach dem Umzug aus der räumlichen Enge der traditionellen Betriebsgebäude können wir im neuen Keller und Kelterhaus nun sein Ideal großer Weine noch schonender, konsequenter und kompromissloser erarbeiten, wohl wissend, dass dabei die Faktoren Zeit und Geduld auch immer eine bedeutende Rolle spielen.
Wir sind stolz und dankbar auf die Arbeit, die Grundlagen und die Maxime des Ökonomierats, unseres Großvaters. Wir glauben, dass er das auch wäre, wenn er sehen könnte, wie wir sein Vermächtnis bis heute fortführen.
Interessant wäre natürlich, was der „Förster“, wie er im Dorf genannt wurde, zu unseren „R“-Weinen sagen würde, die in kleinen Eichenholzfässern reifen. Nicht nur, weil ein Teil des Holzes in „seinen“ Wäldern gewachsen ist. Vor 25 Jahren wurden die ersten Weine in diesem „internationalen Stil“ ausgebaut und mit dem typischen schwarzen Banderolen-Etikett und quadratischem R-Logo ausgestattet.
Sicherlich möchten Sie auch wissen, wie es uns bzw. unseren Reben in diesem Jahr ergangen ist. In der ersten Jahreshälfte sorgte die ideale Witterung für einen so großen Vegetationsvorsprung, dass selbst der recht feuchte „Ferienmonat“ Juli einen sehr frühen Lesebeginn Mitte September nicht mehr aufhalten konnte. Im Gegensatz zum Vorjahr konnten wir bei idealen Witterungsbedingungen vier Wochen lang ernten. Trotz der dramatisch kleinen Vorjahresernte hatten wir auch in diesem Jahr unsere Reben – wie immer nur auf Qualität ausgerichtet – kurz geschnitten und bei allen die Qualität fördernden – und damit den Ertrag reduzierenden – Maßnahmen während der ganzen Vegetationsperiode keinerlei Kompromisse gemacht. Dies war die Voraussetzung, um in einem „Jahrgang für Könner“ ganz großartige Weine mit sehr viel Entwicklungspotenzial erzeugen zu können. Wir freuen uns jetzt schon auf sie!
Unser Angebot vom kleinen, aber feinen Jahrgang 2013 ist inzwischen knapper geworden. Diese eleganten und meist recht leichten Weine haben eine unglaublich feine, mineralische Säure, die hervorragend eingebunden und geschmacklich gepuffert schmeckt, weisen alle Tugenden des typischen REBHOLZ-Stils auf: klare Rebsorten- und Lagentypizität, mit viel Dichte und Struktur, geschmacklicher Länge. Dies bereitet jetzt und in Zukunft viel Trinkfreude! Als ideale Essensbegleiter eignen sich nun die Weine aus 2012, von denen Sie auch in unserem Angebot noch einige finden.

Wir stehen Ihnen für weitere Informationen gerne auch persönlich zur Verfügung. Zu einer Probe bei uns im Weingut sind Sie selbstverständlich willkommen.

Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir viele frohe Stunden beim REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2015.

 Ihre Familie REBHOLZ

Rundbrief Juni 2014

Unsere „Werkstatt unter freiem Himmel“ macht nicht immer nur Spaß! Ständig den Launen der Natur ausgesetzt zu sein und die Sorge, um die Früchte seiner Arbeit gebracht zu werden, zehren manchmal doch stark an unseren Nerven – weil man dabei so machtlos ist. Im Winter können sehr tiefe Temperaturen die Reben stark schädigen. Ab dem Austrieb der Reben im April fürchten wir bis zu den „Eisheiligen“ Mitte Mai die Kaltlüfte der Spätfröste, die sich wie Wasser sammeln, fließen und stauen und über Nacht das erste zarte Grün der Reben wieder in eine trostlose Winterlandschaft verwandeln können. Wenn es wärmer wird, nimmt auch die Angst vor Stürmen und Hagel zu. Lang anhaltende Trockenphasen während der Vegetation können zu deutlichen Qualitätseinbußen sowie dauerhaften Schäden an den Reben führen. Aber auch zu viel Regen ist uns nicht recht, da dies nicht nur Bodenerosion auslöst, sondern auch mehr Infektionsdruck für die Reben und Trauben bedeutet. Am Ende der Rebvegetation ist es dann erneut der Frost, der im Spätherbst dem Warten auf hohe Qualitäten jäh ein frühes Ende setzen kann, weil dies zu vorzeitigem Blattfall führt und damit die weitere Zuckerproduktion beendet.

Über das ganze Jahr gibt es also viele Unwägbarkeiten der Natur, die unsere Arbeit und das Produkt daraus, den Rebholz-Wein, beeinflussen und beeinträchtigen können. Die Mittel, um das Risiko der aufgezeigten Gefahren zu verringern oder zu vermeiden, sind meist sehr aufwändig und recht teuer. Die entsprechende Verwendung von Frostkerzen, Windrädern oder Hubschraubern gegen Fröste muss, wie die Einsätze von Hagelfliegern und Beregnung, immer schon vor dem erwarteten Ereignis geplant, installiert und begonnen werden. Trotz modernster Computerberechnungen und -vorhersagen stellt sich im Nachhinein oft heraus, dass der hohe Aufwand eigentlich unnötig gewesen war. Aber die Möglichkeit, nicht ganz so machtlos zu sein, beruhigt einfach etwas…

Von all den oben genannten Gefahren sind wir bis jetzt verschont geblieben (abergläubisch klopfen wir dreimal auf Holz). Nach dem Winter, „der eigentlich keiner war“, weil er sich so warm und schneearm wie selten präsentierte, startete die Natur sehr früh, was natürlich auch die oben beschriebene Spätfrostgefahr für die gesamte Pflanzenwelt deutlich verlängerte. Nach dem auch für die Reben sehr zeitigen Austrieb ist die Rebblüte inzwischen voll im Gange, gut zwei Wochen früher als im Durchschnitt der Jahre. Ob sich daraus auch automatisch ein früher Lesebeginn ergibt, und was aus diesem momentanen Vegetationsvorsprung tatsächlich geworden ist, können Sie am zweiten Septemberwochenende (13. und 14. September) bei unserem traditionellen Hoffest vor Ort erfahren und während der Weinbergsrundgänge erleben. Der Auftakt dieses Hoffest-Wochenendes wird ein Wein-Dinner im Restaurant „Schlössl“ in Oberotterbach sein, zu dem wir Sie herzlich einladen.

Bei unserem Hoffest werden wir den aktuellen Jahrgang 2013 vorstellen, einen (mengenmäßig) kleinen, aber sehr feinen Weinjahrgang. Nach einem langen, kalten Winter begann die Vegetation ja recht spät. Da auch der Frühsommer 2013 kühl blieb, folgte Ende Juni eine späte Rebblüte, die mit deutlichen „Verrieselungen“ zwar für lockerbeerige Trauben sorgte, aber damit auch der Grund für die unter durchschnittliche Erntemenge war. Ein warmer, normaler Sommer im Juli und August ließ die Reben rasch wachsen. Ab September bis zum Abschluss der Weinlese Ende Oktober wendete sich das Blatt der Wetterbedingungen jedoch wieder: viel Regen und kühle Temperaturen verzögerten das Rebwachstum erneut, so dass wir später als in den letzten Jahren mit der Lese beginnen konnten. Die reifen Trauben hatten zunächst bei stabilen Säurewerten etwas weniger Zucker, was den Charakter der Guts- und Terroirweine dieses Jahrgangs geprägt hat: feine, leichte Weine mit einer unglaublich mineralischen Säure, die zwar stets präsent ist, jedoch immer hervorragend eingebunden und geschmacklich gepuffert schmeckt. Trotz nicht immer einfachen Wetterverhältnissen sind durch den Einsatz unserer bis zu 50 Personen umfassenden Lesemannschaft wieder Weine entstanden, die alle Tugenden des typischen REBHOLZ-Stils aufweisen: Weine, die mit ihrer klaren Rebsorten- und Lagentypizität, mit ihrer Dichte und Struktur, ihrer unverwechselbaren Mineralität und geschmacklichen Länge jetzt und in Zukunft viel Trinkfreude bereiten.

Am Ende der nur dreiwöchigen Lese hatten die Wetterbedingungen die Beeren an den Trauben, wie 1976, in feinste Rosinen verwandelt. Aus diesem Grund war der Zuckergehalt der Riesling-Trauben im Kastanienbusch so hoch, dass keine Hefeart ihn vollständig vergären könnte. Deshalb gibt es aus dieser Spitzenlage zwei edelsüße Weine, eine Spätlese und eine Auslese – Weine, die mit ihrem Extrakt und ihrer jahrgangstypischen feinen Säure für die Zukunft geschaffen sind.

Wie in den letzten Jahren können Sie sich bereits jetzt diese Weine und Ihre Großen Gewächse sichern – und dabei noch 7,5% sparen. Mehr Informationen dazu, zu unserem Hoffest-Wochenende und der Premiere Großer Weine von uns und den Weingütern Christmann, Wittmann, Ansgar Clüsserath und Schäfer-Fröhlich, die diesmal am 30. August im Weingut Christmann stattfindet, finden Sie auf den Beiblättern und auf unserer Homepage.

Wenn Sie uns in der Pfalz besuchen wollen, so planen Sie den Besuch unbedingt rechtzeitig, denn zu dieser Jahreszeit ist die Pfalz bei vielen Gästen als Reiseziel sehr beliebt. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite. Wir helfen Ihnen, wenn möglich, aber auch gerne persönlich weiter.

Ihnen – und uns – wünschen wir einen schönen Sommer, einen guten Herbst für unsere Ernte und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

 

P.S. Dass nicht nur wir von den 2013ern Weinen und ihrer außergewöhnlichen Mineralität begeistert sind, kann man ganz aktuell bei Jancis Robinson (JancisRobinson.com) nachlesen: „The fruit is firmer and crunchier, the acidity certainly authentic and the salty minerality quite pronounced. Solid rock!” 16/20 Guts-Riesling (1303) „Firm, powerful and with sound acidity to add longevity, this is not far off Grosses Gewächs quality.” 17,5/20 Riesling vom Buntsandstein (1307)

Rundbrief November 2013

 Siebeldingen im November 2013

 

Als Winzer mit und von der Natur zu leben, ist nicht immer einfach! Wir – und damit unsere Reben und Trauben – sind schutzlos den Kapriolen des Wetters ausgeliefert. Diese bestimmen den speziellen »Jahrgangscharakter« und geben die Bedingungen für Menge und Güte vor. Die Qualität und der Charakter können jedoch vom Winzer durch langjährige Erfahrung, viel Aufwand und manchmal unvernünftig riskantes Abwarten bei der Lese, aber auch durch allergrößte Sorgfalt bei Traubenverarbeitung und Weinausbau in schwierigen Jahren noch ganz entscheidend beeinflusst werden.

Die Unberechenbarkeit des Jahrgangs 2013 begann durch das kalte, feuchte Frühjahr schon mit einem verspäteten Austrieb der Reben. Vor allem der viel zu kühle und sehr regenreiche Monat Mai sorgte für eine recht langsame Vegetation, eine der spätesten Rebblüten der letzten Jahre und die ersten Sorgenfalten selbst bei erfahrenen Winzern. Denn es gilt die Faustregel, dass nach der Blüte die Trauben noch 100 Tage wachsen und reifen sollen, was einen Lesebeginn ab Mitte Oktober erwarten ließ. Ein Bilderbuch-Sommer im Juli mit viel Sonnenschein und Wärme sorgte dann für bessere Stimmung und wieder leichten Optimismus im Winzerlager. Nach einem durchschnittlichen August wendete sich im September nach stärkeren Regenfällen wieder das Blatt. Der ständige Wechsel von meist starken Niederschlägen und zwei bis drei Tagen Pause sollte auch während der Lese, die wir ab dem 7. Oktober begannen, das einzig Konstante bleiben. Verlangten der zunächst noch niedrige Zuckergehalt und die recht hohen Säurewerte der Trauben anfangs noch einen auf mehr Reife wartenden Erntebeginn, so änderte sich dies durch die einsetzende Fäulnis schon nach wenigen Lesetagen. Die stets vorhandene Nässe (September und Oktober 225 l/qm) entspannte die Lage bis zum Schluss nicht, sondern brachte täglich sich ändernde Bedingungen. Blieben durch die kühlen Temperaturen in den ersten beiden Lesewochen die Trauben trotz widriger Bedingungen erstaunlich widerstandsfähig, so veränderten die Wärme und der Regen in den Tagen um den 20. Oktober die Bedingungen buchstäblich über Nacht. Plötzlich hatten wir eine Situation, die durch den hohen Edelfäuleanteil nur mit dem Jahrgang 1976 vergleichbar war. Deshalb stockten wir unsere ohnehin schon sehr große Lesemannschaft auf über 50 Leser auf! Nach drei Wochen und nur 18 Lesetagen waren am Ende alle Trauben von unserer 22 ha großen Rebfläche geerntet und »in Sicherheit gebracht«.

Trotz der stets gebotenen Eile und den schwierigen Bedingungen wurde dabei immer kompromisslos auf die bestmögliche Qualität geachtet. Deshalb sind wir sicher, dass wir auch in 2013 unter nicht einfachen Bedingungen das Beste gemacht haben. Wir haben einen mengenmäßig kleinen (nicht einmal zwei Drittel der Vorjahre), aber qualitativ feinen Jahrgang im Keller, dem wir nun die Zeit gönnen, sich richtig zu entwickeln.

Herausragend haben sich inzwischen unsere Weine vom Jahrgang 2012 entwickelt. Dies wurde uns bereits bei der Vorstellung der ersten Weine von Weinliebhabern und -fachleuten attestiert. Nachdem auch unsere Spitzenweine schon gleich bei ihrer Vorstellung Höchstbewertungen der nationalen und internationalen Fachpresse bekamen, bestätigt nun auch ganz aktuell der wichtigste Weinführer für deutsche Weine, der Gault Millau »WeinGuide 2014« unsere hervorragende Arbeit, indem er für elf Weine mindestens 90 Punkte vergibt und damit sieben Weine unter die Top Ten der Kategorien Sekt,Weiße Burgunder, Rotwein und Riesling trocken wertet. Der neue π NO.-Sekt aus 2007 belegte ebenso den zweiten Platz in seiner Kategorie, wie unser Großes Gewächs vom Weißen Burgunder aus dem SONNENSCHEIN. Auch das Große Gewächs aus dem KASTANIENBUSCH zählt wieder zu den drei besten trockenen Riesling-Weinen Deutschlands! Eine Gesamtbewertung, die sogar noch etwas besser ist als im Vorjahr, als wir die Auszeichnung »Kollektion des Jahres« bekamen! Das Lob von allen Seiten und diese erneute höchste Anerkennung sind nach der sehr schwierigen Weinernte die »beste Medizin«!

Wie in den Vorjahren wollen wir am ersten Samstag im Dezember wieder etwas ganz Besonderes anbieten. Wir werden unsere Spitzenweine aus 2003 «zehn Jahre danach« öffnen und mit Ihnen verkosten. Auch wenn wir diese Kostbarkeiten aus großen Flaschen ausschenken werden, ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

Entscheiden Sie sich deshalb schnell und lassen Sie es uns umgehend wissen.
Mehr Information und ein Anmeldungsformular finden Sie auf einem Beiblatt zu diesem Schreiben. »Weine im Großformat« als ganz spezielle Geschenkidee bieten wir Ihnen auf einem weiteren Beiblatt an. Selbstverständlich können Sie jedoch auch Ihr persönliches Geschenk- oder Probierpaket zusammenstellen. Bei der Auswahl beraten wir Sie gerne und fügen – wenn gewünscht – allen Geschenksendungen Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.

Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir frohe Stunden beim REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2014.


Mit freundlichen Grüßen
Ihre Familie REBHOLZ

 

 

Rundbrief Mai 2013

 Siebeldingen im Mai 2013

 

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

»Nichts ist so beständig wie der Wandel!« Dieses Zitat, das Heraklit von Ephesus zugeschrieben wird, ist auch nach über 2500 Jahren noch gültig. Selbst im Bereich Wein hat es nichts an Aktualität verloren. Denn nicht nur in qualitativer oder betriebswirtschaftlicher Hinsicht gilt es ständig neue Erkenntnisse und alte Erfahrungen gegeneinander abzuwägen, sondern auch die Weinbezeichnungen auf dem Etikett verändern sich. Vor allem als man Ende der 60er Jahre daran ging, das Weingesetz von 1930(!) zu reformieren und mit europäischem Recht in Einklang zu bringen, änderte sich viel. Mit Hilfe des 1971er Weingesetzes wurden vor allem der in dieser Zeit meist recht großzügigen Verwendung von traditionellen Weinqualitätsbezeichnungen mit der Einführung von Mindestmostgewichten engere Grenzen gesetzt. Die Konsumenten wurden fortan durch die amtliche Qualitätsweinprüfung vor den meisten fehlerhaften und schwachen Weinen bewahrt.

In einer »Lagenrolle« wurden erstmalig Weinlagennamen parzellenscharf festgelegt, um die auch hier zum Teil recht laxe Praxis bei der Verwendung von Lagebezeichnungen zu regeln. Von 30 000 Weinlagen blieben noch 3 000 übrig. Es wurden allerdings Großlagen geschaffen, die sich über viele Einzellagen und meist mehrere Gemeinden erstrecken. Bis heute sind diese auf dem Etikett nicht von Einzellagen unterscheidbar! Auch bei der Abgrenzung der Einzellagen war man nicht zimperlich: Kaum eine Lage hatte nach der Neuordnung noch ihre ursprüngliche Ausdehnung. Je bekannter und klangvoller der Name war, umso größer wurde häufig die neue Weinbergslage. Geologische, topographische und kleinklimatische Besonderheiten, die die besten Weine geprägt und dadurch für den herausragenden Ruf vieler bekannter Weinlagen gesorgt hatten, wurden dabei oft völlig vernachlässigt. Auch die Möglichkeit für Qualitäts- und Prädikatsweine aller Rebsorten und in allen Geschmacksrichtungen die gleiche geografische Weinbezeichnung verwenden zu können, hat nicht gerade zur Profilierung der Herkunft beigetragen. Bei uns in Siebeldingen z.B. blieb von Berg, Forst, Starkenberg, Letten, Rieser, Ganshorn und Zelter nur noch die bekannteste Lage Im Sonnenschein übrig. »Eines steht wohl fest: Bei allen Änderungen wird der individuelle Name eines Betriebes und seiner Weine nichts an Wert einbüßen, ja gerade wegen bestimmter Änderungen eher noch an Gewicht gewinnen. Der REBHOLZ-Wein an sich wird in seiner typischen Art absolut unverändert bleiben, ändern wird sich lediglich das äußere »Gewand«, manche Bezeichnungen auf dem Etikett.«, schrieb mein Vater schon Ende 1969 zum neuen Weingesetz. Es ist beeindruckend, wie präzise er die Entwicklung – auch die unsrige – damals voraussah!

In den 90er Jahren begannen die ersten deutschen Spitzenwinzer diese inflationäre Verwendung von geografischen Weinbezeichnungen wieder einzudämmen. Nur noch die besten, markantesten und absolut herausragenden Weine der Lagen sollten fortan einen Lagennamen tragen dürfen. Großlagen und »gesichtslose« Einzellagen sollten nicht mehr benutzt werden. Diese erste Weinbergs-Klassifikation war die Wiedergeburt großer deutscher Weine! Nicht dass es vorher keine hervorragenden Weine gegeben hätte, aber sie waren meist in der Masse nicht zu erkennen. Gleichzeitig begann – wie es mein Vater vorausgesehen hatte – der Weingutsnamen dieser Vorreiter-Winzer bei den Weinkunden so an Wertigkeit und Vertrauen zu gewinnen, dass auch Weine ohne Lagen bezeichnung immer mehr geschätzt wurden. Diese so genannten Gutsweine sind typisch für die Rebsorte, aus der sie bereitet werden, zeigen aber ganz deutlich die Handschrift des Winzers. Sie sind perfekte Botschafter und Visitenkarten des Weingutes.

Für alle Pfälzer Erzeuger von Großen Gewächsen galt von Anfang an die Regel, dass nur der beste trockene Wein den Lagennamen tragen darf. Es gibt aber außer diesen auch noch andere Weine, die einen eindeutig wieder erkennbaren Charakter haben. Für diese Terroirweine verwenden wir seit über 10 Jahren zur besseren Unterscheidung den geologischen Namen des Bodens, von dem sie stammen und der sie durch seine unterschiedliche physikalische und chemische Zusammensetzung geprägt hat. Dieser scheint uns für den Konsumenten präziser und informativer als die Benutzung der Kategorie Ortswein. Denn bei uns sind die Bodenverhältnisse durch den Rheingrabenbruch und den Taleinschnitt der Queich meist so sehr unterschiedlich, dass sie oft von Weinberg zu Weinberg wechseln und keinen einheitlich typischen Geschmack für den Weinort ergeben.

Nur in Birkweiler ist es bei uns ganz eindeutig, da dort all unsere Rieslingreben in der Spitzenlage Kastanienbusch auf Böden aus der Zeit des »Rotliegenden« (Perm) wachsen. Deshalb benutzen wir für den leichten Riesling mit der typischen würzig-mineralischen Prägung hier in Zukunft auch den Ortsnamen. Den »Zweitwein« aus dem Kastanienbusch, der alles zeigt, was diese Toplage so berühmt gemacht hat, erkennt man in Zukunft an der silbernen Ausstattung (Kapsel und Traube auf dem Etikett) und der Bezeichnung »Birkweiler Riesling vom Rotliegenden« (Wein-Nr. 1231). Auch der »Zweitwein« vom Weißen Burgunder aus der VDP.Großen Lage Im Sonnenschein (Wein-Nr. 1236) erkennt man an dieser neuen »Silbernen Linie«.

Wie in den letzten Jahren können Sie sich bereits jetzt Ihre Großen Gewächse sichern und in der Subskription noch 7,5% sparen.

Unser traditionelles Hoffest findet wie üblich am zweiten Septemberwochenende (7. und 8. September) statt. Dabei stellen wir Ihnen den gesamten Weinjahrgang 2012 vor und laden zu den informativen Weinbergsrundgängen ein. Als Auftakt zu diesem Wochenende heißen wir Sie zu einem Wein-Dinner im Deidesheimer Hof willkommen.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf unserer Homepage, auch über die Premiere Großer Gewächse von uns und den Weingütern Christmann, Wittmann, Künstler und Schäfer-Fröhlich, die diesmal am 31. August im Weingut Wittmann stattfindet.

Planen Sie Ihren Besuch in der Pfalz jedoch rechtzeitig, denn zu dieser Jahreszeit ist die Pfalz bei vielen Gästen als Reiseziel sehr beliebt. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite. Wir helfen Ihnen, wenn möglich, aber auch gerne persönlich weiter.

Ihnen – und uns – wünschen wir einen schönen Sommer, einen guten Herbst für unsere Ernte und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

P.S. Was mein Vater vor 41 Jahre im Rundbrief als Erklärungen zum 1971er Jahrgang, für den das neue Weingesetz erstmals zur Anwendung kam, schrieb: »Heute will ich versuchen einiges zu erläutern, das Ihnen bei der Bezeichnung der Weine als neu auffallen wird. Vorweg aber sei noch mal gesagt: am REBHOLZ-Wein, d.h. an der Art seiner Erzeugung und seines Ausbaus ändert sich nicht das geringste – in geändertem Bezeichnungsgewand« ist auch heute noch gültig!

 

 

Rundbrief November 2012

Siebeldingen, im November 2012

 

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

Die Natur lässt sich nicht so leicht irgendwelchen Regeln unterwerfen! Kaum hatten wir Ihnen von unserer Beobachtung berichtet, seit 1990 wüchsen in »geraden« Jahrgängen eher schlanke, elegante, mineralische, von der Säure geprägte Weine heran, die Weine aus »ungeraden« Jahren dagegen würden entsprechend eher voll, fruchtig, mit viel Schmelz und milderer Säure ausfallen, so lehrt uns der gerade geerntete, neue Jahrgang gleich eines Besseren! Denn unsere 2012er Weine dürften eher dem letztgenannten, »ungeraden« Typ entsprechen.

 Bis Ende Juli waren allerdings die Voraussetzungen für eine »kühle« Wein-Charakteristik gegeben. Dass sich dies am Ende aber noch so entscheidend geändert hat, liegt an den beiden recht unterschiedlichen »Halbzeiten« der Rebvegetation. Nach einem kalten, schneearmen Winter erwachte die Natur insgesamt etwas zögerlich. Der Austrieb der Reben machte hierbei keine Ausnahme. Bei außergewöhnlich warmem Wetter im Mai holte die Entwicklung mit Riesenschritten auf. In den begünstigten, wärmeren Weinlagen setzte bereits die Rebblüte ein, als gerade die kühle und feuchte Witterung begann, die im Juni und Juli vorherrschte. Dies führte zu einer »verzettelten« Rebblüte und daraus resultierenden sehr großen Reifeunterschieden einzelner Beeren und Trauben an den Rebstöcken bei der Lese.

Die warme, trockene »zweite Halbzeit« im August und September bewirkte Gravierendes: wie – wortwörtlich – weggeblasen war damit auch der sehr hohe Infektionsdruck für unsere Reben. In der Folge entwickelten sich bis Ende September außergewöhnlich gesunde Trauben mit ordentlichen Öchslegraden. Die Beeren jedoch waren durch die spätsommerliche Trockenheit sehr markig (mit wenig Saft) und geschmacklich noch recht unreif. Deshalb verhielten wir uns zu Beginn der Weinlese auch abwartend.

 Doch auch der Herbst hatte in diesem Jahr zwei verschiedene Gesichter und veränderte die Situation im Oktober. Mit den Niederschlägen kam wieder etwas Feuchtigkeit in den Boden. Damit verbesserten sich die Saftausbeute und vor allem der Geschmack der Trauben. Allerdings waren in Folge der Flüssigkeitsaufnahme der Beeren vorerst auch keine großen Mostgewichtszunahmen mehr festzustellen. Um Spitzenqualitäten zu ernten, musste abgewartet, mehr riskiert und ein deutlich höherer Aufwand betrieben werden. Bis zu Letzt blieben wir durch die vorhandenen außergewöhnlich dicken Beerenschalen vor allzu großer Fäulnis bewahrt. Dennoch war in den meisten Weinbergen eine Ernte mit verschiedenen Lesedurchgängen nötig, um im ersten Schritt negative und unreife Beeren oder Traubenteile zu entfernen, und die am Stock verbliebenen Trauben für die weitere Reifung am Rebstock wetterfest zu machen. Diese äußerst zeitaufwändige Arbeit unserer sehr sorgfältig vorgehenden, erfahrenen Lesehelfer hat sich auch in diesem Jahr letztendlich wieder ausgezahlt. Mitte Oktober konnten wir von allen Sorten der früher reifenden Burgunderfamilie ebenso hochwertige Qualitäten ernten wie Ende Oktober von Riesling und Gewürztraminer: die beste Voraussetzung für Spitzenweine, die Sie – und wir – von uns erwarten.

Auch die 2012er werden wieder Weine sein, die neben dem unverwechselbaren Typ der Rebsorte, dem einzigartigen Charakter ihrer verschiedenen Weinberge zusätzlich das Besondere des Jahrgangs auszeichnet. Dies alles bis ins letzte Detail immer wieder herauszuarbeiten macht uns Jahr für Jahr zwar einige Mühe und Arbeit, aber noch mehr Spaß und Freude – vor allem dann, wenn dies von Ihnen, liebe Freunde des Rebholz Weins, ebenso anerkannt wird, wie seit vielen Jahren von nationalen und internationalen Fachleuten.

 Besonders stolz sind wir in diesem Jahr auf die Auszeichnung des neuen Gault Millau-WeinGuide 2013: »Kollektion des Jahres«. In der aktuellen Ausgabe des renommiertesten deutschen Weinführers finden Sie wiederum viele unserer Weine mit über 90 Punkten bewertet und je zwei Weine in den Top-Ten-Listen der besten deutschen trockenen Riesling- und weißen Burgunderweine. Auch unser aktueller Riesling-Sekt von 2008 rangiert unter den zehn Besten Deutschlands.

Solche Erfolge und ihre außerordentliche Konstanz (mit über 40 Top-Ten-Bewertungen in zehn Jahren sind wir das zweit erfolgreichste Weingut Deutschlands!) fallen nicht vom Himmel und entstehen nicht erst im Herbst oder gar später im Keller. Sie sind von Anfang an geplant und über das ganze Jahr hindurch mit äußerster Konsequenz im Weinberg – im wahrsten Sinne des Wortes – hart erarbeitet. Wenn uns am Ende dann wieder Weine gelungen sind, die unsere Kunden und die Fachwelt begeistern, hat sich all dieser Aufwand gelohnt!

Wer wie in den Vorjahren das erste Dezember-Wochenende schon für einen Besuch in unserem Weingut eingeplant hat, darf sich in diesem Jahr auf etwas Neues freuen: die »Lange Nacht der offenen Weinkeller« wird unser Kelterhaus und den Keller öffnen. Als Gäste haben wir die renommierten Weingüter Dr. von Bassermann-Jordan und Knipser, sowie das »Talente«-Weingut Zelt eingeladen. Die Veranstaltung findet im Rahmen einer gemeinsamen VDP.Pfalz-Veranstaltung hier in der Südpfalz statt. Mehr Informationen finden Sie auf der ebenfalls beigelegten Einladungskarte. Sollten Sie uns und die anderen offenen Keller besuchen wollen, so empfehlen wir Ihnen, sich umgehend nach Übernachtungsmöglichkeiten umzusehen (Büro für Tourismus Landau-Land, Telefon 06345 3531).

Da auch Weihnachten immer näher rückt, bieten wir für alle Weinfreunde Geschenk- oder Probierpakete an. Außer den in der aktuellen Preisliste aufgeführten Weinen könnten Sie auch »Großformate« interessieren, von denen wir eine kleine Auswahl auf dem Beiblatt aufgeführt haben. Bei der Auswahl Ihres ganz individuellen Präsents beraten wir Sie gerne und fügen selbstverständlich allen Geschenksendungen Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.

 Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir frohe Stunden beim REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2013.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

 

 

Rundbrief Juni 2012

Liebe Freunde des REBHOLZ-Weines!

 

»Typisch Rebholz!« ist der Kommentar, den wir immer wieder von vielen Weinkennern hören. Aber was ist eigentlich das Typische an Rebholz-Weinen? Was unterscheidet unsere Weine von vielen anderen, macht sie so eigen-, so einzigartig, dass man sie wiedererkennt oder dass sie genauso schmecken, wie man sich dies vorher vorgestellt hat?

Damit sich ein Typ – oder besser: Stil – so einprägt, dass man ihn suchen, erwarten und wiedererkennen kann, dazu bedarf es Konsequenz, Kompromisslosigkeit, Begeisterung, Beharrlichkeit und Ausdauer. Vor über 70 Jahren legte Ökonomierat Eduard Rebholz (1889-1966) damals den Grundstein zu diesem typischen Stil.

Mit über 50 Jahren erst übernahm der studierte Forstwirt die Verantwortung für Weinbau und Weingut, das, wie der Familienname verrät, schon viele Generationen vor ihm betrieben haben. Vieles packte er allerdings ganz anders an, als es sonst üblich war. Dabei entwickelte er seine Idee vom »Naturwein«. Damit war nicht ein »biologisch« erzeugter Wein gemeint, der Begriff »Natur« beschrieb vielmehr für Weine, die nicht »verändert« wurden (z.B. durch Süßung oder Chaptalisation). Mein Großvater wollte die Natur, den Charakter der Weine unverfälscht lassen und statt alle Weine gleich zu machen, im Gegenteil alle Unterschiede, Besonder- und Eigenheiten bis ins Kleinste und Feinste herausarbeiten. Was wir heute »Terroir« nennen war schon damals seine Idee: dass ein Wein nicht nur typisch nach der Rebsorte schmeckt, aus deren Trauben er bereitet wurde, sondern dabei genauso einzigartig, wie der Boden, auf dem sie gewachsen sind, und auch so besonders, wie die ganz unterschiedlichen Jahrgangsbedingungen. Deshalb verzichtete er auf alles was gleich macht, was Eigenarten nimmt, was zu einer Reproduktion führt.

»Wie kann man dann aber von einem Typ reden?« werden sicherlich jetzt viele fragen. Richtig: »typisch Rebholz« bedeutet nicht ein immer gleich schmeckendes Markenprodukt, sondern ganz im Gegenteil, immer wieder völlig unterschiedlich, einzigartig schmeckende Weine! Der typische Stil ist diese kompromisslose Individualität!

Von Anfang seines Wirkens an berichtete mein Großvater in seinen »Rundbriefen« den Kunden von allem, was ihm in Weinberg, Keller und übers Jahr wichtig erschien. Vieles ist auch heute noch aktuell, wie beispielsweise als er einen leichten 1951er »Sommerwein« beschreibt: »Ein richtiger Kneipwein, mit einer zwar bemerkbaren, aber milden und angenehmen Säure, ein Wein, der erfrischt und ermuntert noch ein weiteres Glas zu trinken. So soll ja der Wein sein, anregend soll er wirken, anregend in jeder Beziehung. Und warum geht gerade von diesem, an sich nicht großen Wein eine solche Wirkung aus« Ganz einfach deshalb, weil er ein wirklicher Naturwein ist, ohne Zugeständnisse an den und jenen angeblichen Publikumsgeschmack.«

 Aus diesem Grund widmen wir Eduard Rebholz in Zukunft einen markanten, »Ökonomierat« genannten Wein (Nr. 1106), der so ist, wie er sich dies immer vorgestellt hat: durchgegoren und trocken, weil nicht »gesüßt, so leicht, weil nicht »verbessert«, so markant, weil nicht entsäuert.

Mit Qualität und Entwicklung des Jahrgangs 2011 sind wir sehr zufrieden. Die etwas kühlere zweite Sommerhälfte hatte ja dafür gesorgt, dass trotz der Rekorde bei Sonnenscheinstunden und Jahresdurchschnittstemperatur Weine mit sehr viel Sortentyp und schöner Fruchtreife, aber auch viel Mineralität, Klarheit und Eleganz entstanden sind. Unsere äußerst aufwändige, gestaffelte, selektive Handlese und der übliche sehr schonende Ausbau haben sich wieder einmal bewährt. Die meisten 2011er Weine finden Sie jetzt schon in unserem Weinangebot. Die »großen« Weine folgen ab September, können aber schon jetzt vorbestellt werden. Wer nicht so lange warten möchte, dem empfehlen wir die »großen« Weine aus 2010, die sich grandios weiterentwickelt haben und immer mehr viel von ihrem wahren Potenzial erkennen lassen.

In Zukunft möchten wir die Premiere der »großen« Weine ganz besonders feiern. Der 1. September wird in diesem Jahr deshalb ganz im Zeichen dieses Ereignisses stehen. Als Gastwinzer haben wir unsere Freunde Steffen Christmann und Philipp Wittmann eingeladen, die auch ihre eigenen Spitzenweine vorstellen werden. Am Abend laden wir Sie ganz herzlich ein zur Premiere einer Veranstaltungsreihe: »Zu Gast bei Rebholz!« ist dieses Mal Paula Bosch, langjährige Sommeliere des Münchner Spitzenrestaurants »Tantris« und Weinautorin. Sie wird uns einige ihrer Lieblingsweine vorstellen. Mehr erfahren Sie auf der Beilage und auf unserer Homepage im Internet.

Unser traditionelles Hoffest findet wie üblich am zweiten Septemberwochenende (8. und 9. September) statt. Dabei stellen wir Ihnen den gesamten Weinjahrgang 2011 vor und laden zu den informativen Weinbergsrundgängen ein. Am Sonntagmorgen begrüßen wir Sie mit unseren Sekten und köstlichen Kleinigkeiten aus der Küche des Landgasthofes »Sonnenhof«. Er wird Sie an beiden Tagen mit regionalen Gerichten versorgen, wir servieren Ihnen selbstgebackene Kuchen und Kaffee in Hof und Garten.

Planen Sie Ihren Besuch in der Pfalz jedoch rechtzeitig, denn zu dieser Jahreszeit ist die Pfalz bei vielen Gästen als Reiseziel sehr beliebt. Einige Empfehlungen für Übernachtungen finden Sie auf unserer Internetseite. Wir helfen Ihnen, wenn möglich, aber auch gerne persönlich weiter.

Ihnen – und uns – wünschen wir einen schönen Sommer, einen guten Herbst für unsere Ernte und weiterhin viel Spaß mit unseren Weinen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ

Rundbrief November 2011

Siebeldingen im November 2011

 

Liebe Freunde des Rebholz-Weines!

Wenn Ende Oktober die Zeilen für den »Weihnachtsrundbrief« geschrieben werden, herrscht normalerweise in Kelterhaus und Keller noch emsige Betriebsamkeit und in den Weinbergen warten in manchen Jahren die letzten Trauben auf die Ernte. In diesem Jahr ist es anders. Seit dem 10. Oktober ist die Weinlese beendet. Dieser früheste Ernteabschluss ist keineswegs das Resultat von weniger Sorgfalt bei der Lese oder gar von geringerem Risiko, was das Ausreizen des optimalen Lesezeitpunktes betrifft. Es ist die »natürliche« Folge eines außergewöhnlichen Witterungsverlaufes in diesem Jahr. Aber der brachte – so viel sei an dieser Stelle schon verraten – nicht solche Ergebnisse wie 2003 oder 2006, in Jahren mit ähnlich frühem Ernteabschluss. Der Jahrgang 2011 wird viel mehr in die seit der Mitte der 90er Jahre zu beobachtende Tendenz der recht unterschiedlichen Jahrgangscharakteristik von geraden und ungeraden Jahren einreihen. Denn seit dieser Zeit gab es in den geraden Jahrgängen eher die leichten, eleganten und säurebetonten, mineralischen Weine, während in den ungeraden Jahren meist volle, fruchtige und milde Weine heranreiften. Eine interessante, und für Sie liebe Weingenießer, für Abwechslung sorgende Tatsache!

Doch wie kam es in diesem Jahr zu diesen sehr vielversprechenden Qualitäten, wo die meisten von Ihnen doch eher negative Erinnerungen an den Sommer haben? Da sich diese Erinnerung oft nur auf die Urlaubszeit bezieht, in der man meist auf »gutes Wetter« fixiert ist, übersieht man leicht den Rest des fast idealen Witterungsverlaufes der übrigen Vegetationsperiode. Für die Qualität und den Charakter der Weine eines Jahrgangs ist nämlich der gesamte Zeitraum maßgeblich! In diesem Jahr fiel der Startschuss für das Erwachen der Natur nach einem kurzen, trockenen Winter schon sehr früh. Nach den außergewöhnlich milden Monaten Februar, März und April war deshalb der Wuchs der Reben Anfang Mai schon recht weit fortgeschritten, als eine Frostnacht in vielen deutschen Weinregionen gravierende Schäden anrichtete. Der bedeckte Himmel verhinderte in dieser Nacht bei uns Ähnliches. Das warme trockene Wetter sorgte anschließend im Mai und der ersten Junihälfte nicht nur für viele schöne Frühsommerabende im Freien, sondern auch für eine zu diesem Zeitpunkt ungewöhnliche Trockenheit in den Weinbergen. Der Vegetationsvorsprung der Reben von über einem Monat schrumpfte in Folge dessen wieder auf die Hälfte. Für unsere Reben war deshalb das feuchte »Urlaubswetter« dieses Sommers genau richtig. Deshalb waren bereits Mitte August die meisten Trauben schon weich und so reif, dass man sie essen konnte! In der zweiten Augusthälfte brachten Sommerhitze und -gewitter ein fast tropisches Klima. Auch wenn die Haut von reifen Traubenbeeren recht elastisch ist, können sich die Beeren bei genügend Bodenfeuchtigkeit so vollsaugen, dass die Haut aufreißt oder sie sich gegenseitig abdrücken. An diesen Verletzungen kann sich dann Fäulnis entwickeln.

Erste Befürchtungen, dass sich diese beginnende Fäulnis ähnlich schnell wie 2006 weiter ausbreiten könnte, bewahrheiteten sich aber ab Mitte September durch das glücklicherweise trockene und kühlere Wetter nicht. Von Beginn der Lese an mussten die vorhandenen schlechteren Traubenteile durch sehr aufwändige Handarbeit sorgfältig entfernt werden. Während der gesamten Ernte hat uns das Wetter für diesen Aufwand belohnt: in den vier Wochen, die wir ohne Unterbrechung geerntet haben, regnete es nur zweimal ganz wenig – und dies nachts. Mit dem Ergebnis, der Qualität, sind wir sehr zufrieden; dabei entspricht die Erntemenge genau unserem langjährigen Durchschnitt von 55hl/ha.

Die Weine haben jetzt Zeit, fertig zu gären. Obwohl unser Angebot an aktuellen Weinen – wie Sie sehen können – im Moment recht »überschaubar« ist, möchten wir unseren Weinen auch bei diesem Jahrgang die Zeit und Möglichkeit lassen, sich zu entwickeln. Da wir mit der Lese, wie berichtet, früh abgeschlossen haben, ist es aber gut vorstellbar, dass wir bereits Anfang April die ersten 2011er Weine anbieten. Spätestens zu unseren Probiertagen (18. und 19. Mai 2012) im Rahmen der »VDP-Maispitzen« wird der größte Teil des neuen Jahrgangs verfügbar sein.

 Aber auch mit der Entwicklung der 2010er Weine sind wir mehr als zufrieden. Wir waren schon sehr gespannt, wie unsere »kompromisslosen« Weine bei Ihnen und bei Fachleuten ankommen würden. Doch unsere eleganten, feinen Weine mit der jahrgangstypischen Leichtigkeit und ihrer mineralischen Säure haben so viele Freunde gefunden, dass inzwischen schon etliche Weine ausverkauft sind. Und die meisten Fachleute haben das große Potenzial dieser Weine erkannt und mit sehr hohen Bewertungen honoriert. Schade, dass die Stärke der »geraden« Weine oft erst so spät erkannt wird.

 Auch in diesem Jahr wollen wir den ersten Samstag im Dezember dem Spätburgunder widmen. Wir haben dafür die Weinautorin und -fachfrau Christina Fischer eingeladen, mit der wir zusammen das Thema »Pinot & Schoko« beleuchten wollen. Ein spannendes und leckeres Thema, da bei uns die Spätburgunder-Produktpalette vom Sekt über Rotwein bis zum Portweinartigen Likörwein »X-Periment« reicht, und zum Teil in den Schokoladekostproben verarbeitet sein wird. Für eine Teilnahme an der Veranstaltung, die in kurzen Seminaren durchgeführt wird, ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

 Erstmals führen wir in der Weinliste auch einige gereifte Weine in Flaschen mit größerem Inhalt auf. Von allen hochwertigen Weinen mit besonders gutem Entwicklungspotenzial füllen wir etwas in diese »Großformate« ab, da sie darin besonders gut reifen. Von den aufgeführten Weinen sind nur wenige Flaschen verfügbar, wir führen sie »beispielhaft« für weitere Weine in Großflaschen auf. Bitte wenden Sie sich an uns, wenn Sie Interesse an einem speziellen Wein haben.

 Wenn Sie Probier- oder Geschenkpakete wünschen, so beraten wir Sie gerne. Wir fügen den Geschenksendungen selbstverständlich auch Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.

Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir frohe Stunden beim REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2012.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Familie REBHOLZ