Liebe Freunde des Rebholz Weines!
Seit über 50 Jahren erfahren REBHOLZ-Weinfreunde im November-Rundbrief das Neueste über den
gerade eingebrachten neuen Weinjahrgang. Deshalb bekommt man, wenn man die Berichte seit 1949
liest, viele Eindrücke von Jahrgängen, die uns freudig berichten, manchmal schon euphorisch schwärmen ließen. Es gab Jahre, die ganz unspektakulär normal abliefen, oder wiederum andere, bei denen nach aller Arbeit und Sorgfalt übers Jahr und trotz größter Risikobereitschaft während der Ernte oftmals eine gewisse Enttäuschung herauszulesen ist.
Konnten wir im letzten Jahr noch von einem idealen Vegetationsverlauf und tollen Ernteergebnissen berichten, so ist unsere Stimmung in diesem Jahr eher etwas gedämpft. Dies liegt nicht an der erwarteten Qualität der Weine, sondern an der kleinen Erntemenge, die 40 % unter unserem normalen Betriebsdurchschnitt liegt. Die Hagelschäden vom Juni spielen dabei nur eine kleine Rolle. Mussten wir im Jahr 2006 nach schwierigen Wetterbedingungen im September eine ganz normale Erntemenge durch das Aussondern aller negativen Beeren bei unserer sehr selektiven Handlese nochmals um ein Drittel verringern, so reifte in diesem Jahr von Anfang an nicht mehr an den Rebstöcken heran. Dafür gab es neben einer recht verrieselten Blüte auch noch andere Gründe. So fiel bei den meisten Rebsorten der Fruchtansatz (Anzahl der Trauben pro Rebtrieb) deutlich geringer aus als normal. Dazu kam auch noch, dass die Trauben und Beeren kleiner und weniger saftreich waren. Am Ende bestätigte sich so leider die langjährige Erfahrung, dass, wenn man wenig Menge erwartet, es am Ende noch deutlich weniger wird. Eine alte Winzerweisheit, die sich beim Jahrgang 2010 praktisch in allen Weinbauregionen wieder einmal bewahrheitet.
Von der Möglichkeit diesen großen Ernteverlust durch Zukauf von Trauben, Most oder Wein auszugleichen, wollten und wollen wir keinen Gebrauch machen bis auf eine kleine Ausnahme beim Silvaner. Frühzeitig konnten wir uns von unserem ebenfalls ökologisch arbeitenden Mitarbeiter einige
Trauben sichern. Wir glauben, dass ein weiterer Zukauf nur die größten Löcher im absoluten Basis-Qualitätsbereich gestopft hätte, aber unser – und Ihr – Anspruch an Weinqualität, sowie ökologischen
Rebanbau, Traubenernte und -verarbeitung, meist nur sehr unzureichend erfüllt hätte.
Wir sind der Meinung, dass in einem renommierten Weingut der Weingeschmack nicht vom Jahrgang abhängen darf, bzw. der schwierige Jahrgang hier nicht als Ausrede für mangelnde Reife, Fehltöne oder unsauberen Geschmack herhalten darf. Dass dies in einem Jahr mit anfänglich mangelnder Traubenreife und einem gewissen Fäulnisansatz nur mit einem enormen Leseaufwand und dem Risiko eines weiteren Ernteverlustes durch eine spätere Ernte verbunden ist, wissen wir im Weingut Rebholz schon seit mehreren Generationen. Trotzdem schienen uns noch Mitte September die Reifebedingungen der Trauben im Zusammenhang mit unserem selbst auferlegten Verzicht auf Anreicherung und Entsäuerung schier unüberwindbare Hindernisse zu werden. Heute, nach Abschluss der Ernte, sind wir, was Qualität, Reife und Entwicklungspotenzial unserer Weine betrifft, sehr guten Mutes.
Vom Weincharakter betrachtet, wird der Jahrgang 2010 sich wohl sehr typisch zeigen. Seiner markante Säure haben wir durch unsere späte Lese – und der damit verbundenen Möglichkeit mehr
Aromen und Mineralstoffe in die Beeren einzulagern – die entsprechende Reife und ein großes Entwicklungspotential mitgegeben. Ein Vergleich mit anderen Jahrgängen ist nicht einfach. Von der erwarteten Leichtigkeit scheint uns 2008 vergleichbar, von der Säureprägung aber auch 1990, 1996 oder 1998. Es wird sehr spannend sein zu erleben, wie sich diese charaktervollen Weine in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren entwickeln werden.
Doch nun möchte ich zu unserem aktuellen Weinangebot kommen. Unsere Weine des Jahrgangs 2009 haben sich so weiter entwickelt, wie wir das erwartet haben, was durch sehr viele Spitzenbewertungen von deutschen und internationalen Weinmagazinen und Weinführern bestätigt wird. Durch die gelungene Kombination von jahrgangseigener Frucht und Reife mit der REBHOLZ-typischen eleganten, mineralischen Art bereiten diese Weine schon jetzt viel Trinkspaß, haben aber selbstverständlich – wie alle unsere Weine – die Voraussetzungen, um sich auch in Zukunft weiter zu entwickeln.
Davon profitieren alle Weine des Vorjahres 2008. Sie präsentieren sich momentan, was Trinkspaß betrifft, mindestens auf Augenhöhe mit den Weinen des jüngeren Jahrgangs, brillieren dabei mit ihrer filigranen, kristallinen Leichtigkeit und Mineralität. Die von einigen Fachleuten zunächst verkannte Qualität der 2008er Spitzenweine wird inzwischen ohne Einschränkungen anerkannt.
Am 11. Dezember wollen wir Sie rechtzeitig zu Beginn der kalten Jahreszeit zu einem „Spätburgunder- Dialog“ einladen. Nach der „Vertikalprobe großer Spätburgunder“ und „Variationen des Spätburgunders“ in den Vorjahren wollen wir nicht nur über den Spätburgunder reden, sondern Ihnen mit kleinen Schinken-, Käse- und Schokoladekostproben die Vielseitigkeit von Spätburgunder-Produkten zeigen.
Rechtzeitig zum Jahreswechsel kommt auch unser neuester Sekt „
π NO.“ Rosé brut in den Verkauf. Der Rosé-Sekt aus Spätburgundertrauben ist eine elegante feinfruchtige Alternative zu unserem Klassiker „
π NO.“ 2005, dem erfolgreichen Sekt aus Spätburgunder- und Chardonnay-Trauben, und unserem Riesling Sekt.
Wenn Sie Geschenk- oder Probierpakete wünschen, so beraten wir Sie gerne. Wir fügen den
Geschenksendungen selbstverständlich auch Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.
Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir frohe Stunden beim REBHOLZ-Wein und heute schon ein
schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2011.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Familie REBHOLZ

