Juni 2011
Siebeldingen im November 2009
Liebe Freunde des REBHOLZ-Weines!
Schon lange nicht mehr ist ein Weinjahrgang unter solch idealen Bedingungen herangewachsen, wie das in diesem Jahr der Fall war. Zwar sorgten die starken Regenfälle im Juli für einen extremen Infektionsdruck in unseren Weinbergen, und wir waren zunächst nicht sicher, ob wir mit den Mitteln des ökologischen Weinbaus diesen überhaupt in den Griff bekommen würden. Aber die Natur sorgte mit ihrer trockenen, warmen Witterung im August, September und Oktober dafür, dass daraus keinerlei Nachteile entstanden, sondern dass sich in der Folge im Weinberg ideale Bedingungen einstellten. Bis zum Schluss befürchteten wir, dass diese Bilderbuchvoraussetzungen noch durch einen Wetterumschwung zerstört werden könnten. Nachdem nun alles wohlbehalten im Keller ist, sind wir froh, dass in der „Werkstatt unter freiem Himmel“ alles rund und ohne Unvorhergesehenes verlaufen ist!
Doch welche Weine dürfen Sie von diesem Jahrgang in Zukunft erwarten? Wir rechnen mit einem Jahrgangscharakter, der sich ganz stark von dem der aktuellen Weine aus 2007 und 2008 unterscheiden wird. Die Voraussetzungen sprechen für einen Weintyp, wie es ihn 1992, 1997 oder 2005 schon gab: sehr sortentypisch, rund mit einer äußerst klaren und reifen Frucht. Da auch Säurewerte und Most- gewichte im idealen Bereich lagen, werden unsere Weine sicherlich auch deutlich vom Ausnahmejahrgang 2003 abweichen. Es wird wieder spannend sein, die Entwicklung dieses Jahrgangs von den Trauben über den Most nun in der Entwicklung zum Wein zu verfolgen. Den Weinen dabei Zeit und Ruhe zu lassen, ist das Beste, was wir bis zur Flaschenfüllung im nächsten Frühjahr tun können.
Nun möchte ich aber zu unseren aktuellen Weinen kommen. Selten hat uns ein Jahrgang so überrascht und sich so grandios entwickelt wie 2008. Dachten wir zunächst, dass es bei der betonteren Säureausprägung in Verbindung mit dem etwas geringeren Alkoholgehalt schwieriger würde, alle angestrebten Spitzenweine zu bekommen, so zeigte sich im Frühjahr bereits, dass gerade diese Eigenschaf- ten des 2008er Jahrgangs auch dessen große Stärken sind. Denn nur selten gab es Weine, die so leicht sind und trotzdem nicht dünn schmecken und deren prägende Säure reif, balanciert und so gut eingebunden schmeckt. Die hohe Mineralität erinnert im Geschmack oft schon etwas an die Würze eines guten Meersalzes. Dadurch präsentieren sie sich ungemein fein, filigran und elegant. Natürlich haben auch die 2008er Weine das Rebholz-typische Reifepotenzial und werden so – bei entsprechender Zeit und Geduld – sicherlich noch lange viele Weinfreunde begeistern.
Dass wir mit der Einschätzung unserer Weine nicht falsch liegen, können Sie in vielen Spitzenplatzierungen und Höchstbewertungen nachlesen. Da einige dieser Bewertungen erst veröffentlicht werden, wenn Sie dieses Schreiben bereits in den Händen halten, können wir Ihnen leider noch nicht ausführlich berichten. Diese Auszeichnungen und Bewertungen sind für uns stets Lohn und Ansporn zugleich, auch in Zukunft genauso weiter zu machen – und für Sie, liebe Freunde des Rebholz-Weines, eine weitere Bestätigung für Ihren guten Geschmack!
Nach dem Erfolg im letzten Jahr wollen wir auch in diesem Jahr der Rebsorte Spätburgunder am 12. Dezember wieder eine Verkostung im Weingut widmen: Variationen des Spätburgunders. Doch im Unterschied zum Vorjahr wollen wir dabei nicht nur Rotweine vorstellen, sondern alle Produkte, die wir mit dieser Rebsorte gewinnen. Das sind außer Rosé- und Blanc de Noir-Wein auch die Sekte und unser in Portwein-Art hergestellter Liqueurwein „X-periment“, von dem wir nun den Jahrgang 2006 anbieten. Dass unser aktueller Sekt π-No.2005 sowohl vom „Feinschmecker“ besonders empfohlen, als auch im neuen „Gault Millau Weinguide“ wieder zur absoluten Spitze zählen wird, freut uns besonders.
Bei den Rotweinen bieten wir Ihnen nach zweijähriger Holzfasslagerung jetzt neu den Spätbur- gunder „Tradition“ von 2007 an. Ebenfalls zum ersten Mal in der Weinliste sind aus unserer „R-Linie“ mit dem schwarzen Banderolen-Etikett: Spätburgunder „vom Muschelkalk“ 2006 (nach gleichlanger Reifung im Holz und einem Jahr in der Flasche) und das Große Gewächs IM SONNENSCHEIN 2004 nach auch zweijähriger Holzfasslagerung und dreijähriger Flaschenreifung. Nun in perfektem Trinkzustand eines großen Pinot Noirs.
Was den Rotwein betrifft, so werden wir uns auch in Zukunft nur mit der Rebsorte Spätburgunder beschäftigen. Nicht nur weil sie bereits im Mittelalter von Mönchen ihren Weg aus Burgund in die Pfalz fand und sich hier wohl fühlt. Große Spätburgunder entwickeln nur in nicht zu heißen Weinbau-Klimazonen ihre große Stärke. Es sind keine duftigen, fruchtkonzentrierten „Sprinter“-Typen, die recht schnell getrunken werden sollten, sondern Ausdauerläufer mit Eleganz, Finesse und Länge, die sehr deutlich die Unterschiede der Herkunft und des Terroirs zeigen können. Dieser Charakter, von dem man im Weißweinbereich gewisse Parallelen beim Riesling finden kann, fasziniert uns nach wie vor immer wie- der aufs Neue!
Auch die nach unserem Weingutsmotto „Zeit & Geduld“ genannte Trockenbeerenauslese von 2007 aus dem kleinen Holzfass feiert in dieser Liste Premiere. Wenn Sie, wie in den Vorjahren, Geschenk- oder Probierpakete wünschen, so beraten wir Sie gerne. Wir fügen den Geschenksendungen selbstver- ständlich auch Ihre persönlichen Grüße oder Karten bei.
Ihnen und Ihren Freunden wünschen wir frohe Stunden beim REBHOLZ-Wein und heute schon ein schönes Weihnachtsfest und alles Gute fürs kommende Jahr 2010.
Mit freundlichen Grüßen Ihre Familie REBHOLZ
P.S. Von allen aktuellen Auszeichnungen macht uns die vom Gault Millau Weinguide verliehene „Bernhard-Breuer-Trophy“ für den besten trockenen Wein zehn Jahre nach der Ernte am meisten stolz! Es ist nicht nur eine Bestätigung für das Entwicklungs- und Reifepotenzial unserer Weine, sondern speziell auch für die Großen Gewächse vom Riesling aus dem heute als „GANZ HORN“ bezeichneten Weinberg „Im Sonnenschein“. 1999 war auch die Premiere eines Großen Gewächses in diesem Weinberg. Der aktuelle Nachfolger (Nr. 0819) hat sicherlich ein ähnliches Potenzial.

