
Das Erste Fazit: Weinlese 2011 beendet
Wetter
Hier dürfen wir eine äußerst positive Bilanz ziehen. Nachdem die Zeit vor der Lese sehr, sehr feucht war –und uns die Problematik der frühen Traubenfäulnis beschert hatte- zeigte sich das Wetter während der Lese bis zum Schluss sehr „Winzer-freundlich“. In diesen vier Wochen gab es nicht einmal 10 Liter Regen. Und wenn es überhaupt einmal regnete, dann war dies fast immer nur nachts, so dass am Morgen die Lese fortgesetzt werden konnte.
Nur ganz selten gab es in anderen Jahren so warme, besser gesagt, heiße Tage mit Temperaturen von fast 30°C. Beim Mittagessen suchten die Erntehelfer sogar den Schatten der Sonnenschirme!
Das warme und trockene Wetter brachte dann auch in letzten beiden Erntewochen deutliche Qualitätsverbesserungen durch die natürliche Verdunstung von Wasser.
Leseaufwand
Nach 28 Lesetagen –ohne Pause- wurde am 10. Oktober die Weinlese abgeschlossen. Dies ist die früheste Ernte der letzten Jahre. Nur die „Blitzernte“ 2006 wurde ähnlich früh beendet. Einen noch früheren Erntebeginn hatten wir nur im Jahr 2007, was damals aber durch die „Alptraum-Erinnerungen“ aus dem Vorjahr 2006 erklärbar war. Auch damals wurden fast alle Weinberge in einer sehr aufwändigen Vorselektion durchgelesen um den gesunden Trauben noch etwas mehr Reifezeit bis zur Lese zu lassen. Wir glauben aber, dass sich dieser Mehraufwand, der im Durchschnitt zu 265 Lesestunden für ein Hektar Weinberg führte, sich in Jahrgängen mit einer frühen Fäulnis am Ende auszahlt, ja die Voraussetzung für Spitzenqualitäten ist.
Dass dies allerdings seinen Preis haben muss, zeigt sich im Vergleich zu einer maschinellen Lese, die mit rund 6 Stunden pro Hektar erledigt ist!
Qualität
Natürlich lassen sich kurz nach der Ernte noch keine endgültigen Aussagen machen, weil die letzten Trauben gerade erst gepresst sind, und die wenigsten Weine fertig vergoren sind . Dennoch lässt sich erahnen, dass die Tendenz der letzten fast 20 Jahre sich mit diesem Jahrgang fortsetzen wird: die ungeraden Weinjahrgänge warten mit runden, reifen, fruchtigen Weinen und etwas milderer Säure auf, während die „geraden“ Jahre die Säure betonteren, aber dadurch auch etwas mineralischeren Weinjahrgänge sind. Diese Tendenz wird sicherlich auch der Jahrgang 2011 fortsetzen.
Menge
Dachten viele Kollegen Mitte August noch an eine überdurchschnittlich Menge, die sicherlich bei einer frühen Lese und den entsprechenden Rebsorten auch möglich war, so setzte die in manchen Weinberge doch recht starke Fäulnis diese Erwartung schon recht früh herab, weil dieses negative Lesegut aussortiert werden musste. Vor allem in den wüchsigen Weinbergen mit sehr kompakten Trauben war der Fäulnisdruck viel größer.
Mit der Verdunstung von Wasser aus den Traubenbeeren im Laufe der Lese gab es eine Qualitätsverbesserung - aber auch die entsprechende Mengenreduzierung. Deshalb haben wir am Ende einen Weinjahrgang im Keller, der genau unserem langjährigen Betriebsdurchschnitt, von etwa 55hl/ha, entspricht. Unsere aufwändige, sehr selektive Lesearbeit hat sicherlich etwa 10 bis 20% negatives Lesegut im Weinberg ausgesondert.
Weitere Informationen werden folgen.

